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Somalische Al-Schabaab-Miliz Rebellen ziehen sich aus Mogadischu zurück

Im von Hunger geplagten Somalia gibt es einen Hoffnungsschimmer: Die islamistischen Rebellen der Al-Schabaab-Miliz ziehen sich aus der Hauptstadt Mogadischu zurück. Die somalische Regierung spricht von einem "goldenen Tag" für das Land.

06.08.2011 15:26
Kämpfer der Al-Schabaab-Miliz (Archivfoto vom 16.11.2010). Foto: dpa

Im von Hunger geplagten Somalia gibt es einen Hoffnungsschimmer: Die islamistischen Rebellen der Al-Schabaab-Miliz ziehen sich aus der Hauptstadt Mogadischu zurück. Die somalische Regierung spricht von einem "goldenen Tag" für das Land.

Die Rebellen der islamistischen Al-Schabaab-Miliz zogen sich erstmals seit vier Jahren aus der Hauptstadt Mogadischu zurück. Während ein Regierungssprecher am Samstag von einem Sieg über die Al-Schabaab und einem „goldenen Tag“ für Somalia sprach, führte ein Rebellensprecher den Rückzug auf eine geänderte Strategie zurück. Der Schritt sei taktischer Natur, in anderen Städten des Landes bleibe die Miliz präsent. Somalia kämpft nach der schwersten Dürre seit Jahrzehnten mit einer verheerenden Hungersnot. Die unklaren Machtverhältnisse erschweren die Arbeit der Hilfsorganisationen. Immer wieder kommt es zu Plünderungen.

Das 3,4 Millionen Einwohner zählende Somalia hat seit dem Fall des Diktators Siad Barre vor 20 Jahren de facto keine funktionierende Zentralregierung mehr. Mogadischu wird seit vier Jahren von Al-Schabaab-Milizen belagert, Zehntausende kamen bei Kämpfen ums Leben. Seit Beginn des Jahres ist es der 9000 Mann starken afrikanischen Friedenstruppe und den Regierungseinheiten gelungen, die Rebellen langsam aus der Hauptstadt zu drängen. Vor dem kompletten Rückzug war es Freitag erneut zu heftigen Schießereien gekommen. Experten hoffen darauf, dass die vom Westen unterstützte Regierung durch den Abzug mehr Macht gewinnt. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass dadurch in den übrigen Landesteilen Frieden einkehrt. Wegen der Hungersnot waren zuletzt viele Somalier nach Mogadischu und ins größte Flüchtlingslager Dadaab nach Kenia geflüchtet. Die Milizen kontrollieren die schlimmsten Hungergebiete und verweigern Hilfsorganisationen den Zutritt. Das Welternährungsprogramm (WFP) kann nach eigenen Angaben rund zwei Millionen Somalier nicht erreichen.

Der unerwartete Rückzug der Rebellen aus Mogadischu könnte auf Streit unter den Rebellen zurückgehen. Eine Gruppe setzt auf ein nationalistisches Programm, das sich streng am Islam orientiert. Ihre Konkurrenten fordern eine stärkere Zusammenarbeit mit regionalen Al-Kaida-Gruppen. Dieser Zweig der Rebellen zielt darauf ab, die westlich orientierte Regierung zu stürzen und hat zuletzt deutlichen Zuwachs verzeichnet. (rtr)

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