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Somalia Mit vereinten Kräften gegen die Milizen

Truppen der Übergangsregierung und der Afrikanischen Union haben einen Stadtteil Mogadischus wieder unter ihre Kontrolle gebracht. Die Shebab-Milizen, die das Gebiet besetzt hatten, sollen in Kenia Ausländer entführt und Angriffe verübt haben.

20.10.2011 12:35
Auch kenianische Soldaten beteiligen sich an der Aktion. Mit Zustimmung der somalischen Übergangsregierung rückten sie rund hundert Kilometer auf südsomalisches Territorium vor und flogen Luftangriffe auf Shebab-Stellungen. Foto: AFP

Die somalische Hauptstadt Mogadischu ist am Donnerstag von heftigen Kämpfen zwischen der radikalislamischen Shebab-Miliz und Truppen der Übergangsregierung sowie der Afrikanischen Union erschüttert worden. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden brachte die Regierung einen von den Milizen besetzten Stadtteil im Nordwesten Mogadischus großteils unter ihre Kontrolle. Auf Seiten ihrer Truppen seien zwei Soldaten bei den Kämpfen leicht verletzt worden. Nach Angaben eines Augenzeugen wurden zudem vier Zivilisten verletzt. Zahlreiche Familien verließen den Stadtteil demnach fluchtartig.

Die Shebab-Milizen werden seit Sonntag auch von der kenianischen Armee bekämpft. Diese rückte seither mit Zustimmung der Übergangsregierung rund hundert Kilometer auf südsomalisches Territorium vor und flog Luftangriffe auf Shebab-Stellungen. Nairobi wirft den Milizen vor, in Kenia mehrere Ausländer entführt und Angriffe verübt zu haben.

Entführte Französin ist tot

Im Fall einer aus Kenia entführten französischen Urlauberin, die kürzlich getötet worden war, sagte Frankreichs Verteidigungsminister Gérard Longuet in Paris, die Entführer hätten inzwischen die Herausgabe ihres Leichnams gegen Geld angeboten. Dies sei „der Gipfel der Erbärmlichkeit“.
Der Tod der krebskranken Marie Dedieu, die im Rollstuhl saß und auf Medikamente angewiesen war, war am Mittwoch bekannt geworden. Umstände und Zeitpunkt ihres Tods blieben zunächst unklar. Möglicherweise erhielt sie ihre Medikamente nicht. Dedieu war in der Nacht zum 1. Oktober aus ihrem Haus auf der kenianischen Ferieninsel Manda von zehn bewaffneten Männern nach Somalia verschleppt worden. Aus der Region hatten Unbekannte bereits am 11. September eine britische Touristin verschleppt und ihren Ehemann getötet. Vergangene Woche wurden zudem zwei spanische Mitarbeiter einer Hilfsorganisation entführt. (afp)

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