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Smolensk-Unglück Polen zweifeln russischen Absturz-Bericht an

Im April 2010 starb Polens Präsident Lech Kaczynski bei einem Flugzeugabsturz. Der russische Bericht zur Ursache des Unglücks wird nun von polnischer Seite massiv angezweifelt. Darin wird dem polnischen Luftwaffenchef eine Mitschuld gegeben.

13.01.2011 12:34
Umstrittenes Dokument: Ausschnitte aus dem Abschlussbericht über die Ursache des Flugzeugabsturzes von Smolensk. Foto: dpa

Der russische Bericht zum Absturz des Flugzeugs mit Präsident Lech Kaczynski wird in Polen massiv angezweifelt. In dem am Mittwoch in Moskau vorgelegten Bericht war die gesamte Schuld an der Katastrophe der polnischen Seite zugewiesen worden, unter anderem den Piloten.

Die Witwe des polnischen Luftwaffenchefs Andrzej Blasik wies den Vorwurf scharf zurück, ihr Mann habe mit 0,6 Promille Alkohol im Blut die Piloten trotz Warnung der russischen Flugüberwachung zur Landung gezwungen. Sie betrachte den Bericht als „schändlichen Versuch, das Andenken an meinen Mann zu verleumden“, sagte Ewa Blasik am Donnerstag im Parlament in Warschau. Bisher gebe es keinen Hinweis auf Alkohol oder Druck auf die Piloten.

Der polnische Innenminister Jerzy Miller kündigte unterdessen die Veröffentlichung der Gespräche russischer Fluglotsen an. Die Mitarbeiter im Tower am Flughafen in Smolensk wurden laut Miller durch Eingriffe von außen abgelenkt. Die Protokolle sollen nächste Woche publik gemacht werden. Im russischen Bericht waren polnische Hinweise auf Fehler der Fluglotsen sowie auf den schlechten Zustand des Flughafens als unwichtig eingestuft worden.

Die Maschine mit Lech Kaczynski und 95 weiteren ranghohen Passagieren war am 10. April 2010 in Smolensk in Westrussland abgestürzt. Niemand überlebte. (dpa)

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