Lade Inhalte...

Silvester in Köln Lob von Kritischen Polizisten

Unerträglich findet die Bundesarbeitsgemeinschaft Kritischer Polizisten die Kritik an dem Polizeieinsatz in Köln, der im Gegensatz zu dem Einsatz an Silvester vor einem Jahr erfolgreich verlaufen sei.

02.01.2017 18:14
Ruhe vor dem Hauptbahnhof: Anders als im vergangenen Jahr kam es in Köln nicht zu einer Vielzahl sexueller Übergriffe Foto: dpa

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kritischer Polizisten wertet den Großeinsatz der Polizei in der Kölner Silvesternacht als gelungen. Nach dem misslungenen Einsatz ein Jahr zuvor habe nun diese große Zahl an Beamten eingesetzt werden müssen, sagte Bundessprecher Thomas Wüppesahl am Montag in Geesthacht dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Kritik an der Verwendung des Kürzels „Nafri“ für Nordafrikaner im Nachrichtendienst Twitter wies Wüppesahl zurück. Die von der Kölner Polizei gebrauchte Bezeichnung sei nicht abwertend gegenüber Menschen aus Nordafrika gemeint, sondern sei ein behördentypisches Kürzel.

„Nicht diskriminierend“

Wüppesahl verteidigte zudem die gezielten Kontrollen junger Männer mit nordafrikanischem Aussehen am Kölner Hauptbahnhof. Aufgrund der Einsatzlage mit den Geschehnissen ein Jahr zuvor und der zwischenzeitlich gewonnenen Erkenntnisse sei ein solches Vorgehen der Polizei unbedingt erforderlich gewesen, betonte er: „Das ist nicht diskriminierend, sondern sachlich notwendig.“

Unerträglich sei vielmehr die Kritik an einem Polizeieinsatz, der im Gegensatz zu dem Einsatz vor einem Jahr nun erfolgreich verlaufen sei, betonte er.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft kritischer Polizistinnen und Polizisten ist ein Berufsverband, der sich für die Wahrung von Menschen- und Bürgerrechten einsetzt.

In der Kölner Innenstadt war in der Silvesternacht ein Großaufgebot der Polizei von etwa 1700 Beamten im Einsatz, um zu verhindern, dass sich sexuelle Übergriffe auf junge Frauen wie vor einem Jahr wiederholen.

Platzverweise nicht befolgt

Rund 1000 junge Männer vornehmlich aus dem nordafrikanischen Raum wurden an der Anreise zum Dom gehindert. Nach Angaben der Polizei wurden mehr als 40 Personen in Gewahrsam genommen – unter anderem, weil sie Platzverweise nicht befolgten, sie sich illegal in Deutschland aufhielten oder ein Haftbefehl gegen sie vorlag. Der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies verteidigte den Einsatz am Montag im WDR-Radio als erforderlich, bedauerte aber die Verwendung der Abkürzung „Nafri“.

Ein Jahr zuvor, beim Jahreswechsel 2015/16 war es am Kölner Hauptbahnhof zu massenhaften Diebstählen und sexuellen Übergriffen gegen junge Frauen gekommen, beschuldigt wurden vor allem junge Männer aus Nordafrika. Die Polizei in Köln war danach heftig kritisiert worden, weil zu wenig Beamte im Einsatz gewesen und die Vorfälle zuerst heruntergespielt worden seien. (epd)

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen