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Shopping in Polen Basar in Slubice wiedereröffnet

Zum Shoppen nach Polen, das klingt nach Schnäppchen. Auf dem Basar in Slubice muss man echte Preisknüller aber suchen. Es sei denn, man will stangenweise Zigaretten einkaufen.

22.10.2011 16:55
Der nach einem Großbrand vor viereinhalb Jahren in der polnischen Grenzstadt Slubice wieder aufgebaute Basar ist seit diesem Samstag wieder offiziell geöffnet. Foto: dpa

Als Schnäppchenjäger in Polen ist man idealerweise Raucher oder Autofahrer, am besten beides. Dann lohnt sich ein Besuch auf dem Basar in Slubice noch richtig. Der größte Markt entlang der deutsch-polnischen Grenze wurde am Samstag nach fast fünf Jahren wiedereröffnet. Schon am Vormittag strömten hunderte vor allem deutsche Einkäufer auf das Gelände.
Direkt am Ufer der Oder gibt es dort allerhand Waren vom Autozubehör über Winterpantoffeln bis hin zum Hochzeitskleid. Die längsten Schlangen bildeten sich bei den Zigaretten- und Spirituosenhändlern, die gefühlt jeden zweiten Stand besetzen. Und an der Tankstelle, die sich direkt neben dem Basar befindet. Auch dort: überwiegend deutsche Kunden, viele Autos mit Berliner Kennzeichen. Der Sprit fließt in Strömen, vorbei am deutschen Fiskus.
Auf dem Basar lässt sich ein Ehepaar aus Wolfsburg gerade nicht lumpen und kauft vier Stangen Filterzigaretten einer beliebten Marke der Firma Reemtsma ein. "Bloß 20,50 Euro für eine Stange Big Box", schwärmen sie. "In Deutschland bezahlt man dafür 60, 70 Euro." Das gut gelaunte Paar ist mit dem Reisebus auf den beliebten Markt in Slubice gekommen, als Wochenendausflug. "Wir wollten einfach mal gucken."
Bei einem Großbrand im Januar 2007 war der Basar mit seinen 1200 Ständen fast komplett zerstört worden. Es war einer der größten Arbeitgeber in der Region, etwa 80 Prozent der Kundschaft stammte aus Deutschland. Für den Wiederaufbau brauchte man trotzdem fünf Jahre, auch weil Baufirmen zwischenzeitlich insolvent gingen. Immer wieder gab es Verzögerungen. Die Händler überbrückten die Zeit mit provisorischen Zelten.
Nun konnte der Bürgermeister von Slubice, Tomasz Ciszewicz, die Gäste endlich auf dem neuen Markt begrüßen. Auch Vertreter der Frankfurter Stadtverwaltung kamen und viel polnisches Fernsehen. Der neue Basar besteht aus stabilen Garagen mit Rolltor, die die Händler anmieten können. Die Gänge für die Besucher sind mit trübweißem Plastik überdacht. Alles erinnert jetzt mehr an eine Shoppingmall, nur ohne Klimaanlage. Auf einem Grill werden Würste und Schaschlikspieße gewendet.
Auch wenn der polnische Zloty gerade auf Talfahrt ist - bei Lebensmitteln oder Kleidung muss man schon genau suchen, um große Preisunterschiede gegenüber deutschen Discountern zu finden. Polen hat sich längst vom Ostblock- zum prosperierenden EU-Staat gemausert. Dementsprechend haben sich auch die Preise angeglichen. Fünf Kilo Äpfel für sechs Euro, so "günstig" kann man auch auf dem Kollwitzplatz im Prenzlauer Berg einkaufen.
Es sei denn, man hat nichts gegen täuschend echte Kopien von Markenprodukten: Bei Händlerin Jadwiga Siewierska etwa stehen Turnschuhe mit den bekannten drei Streifen im Regal - nein, wer genau hinsieht, zählt vier: "Den vierten Streifen gibt's gratis dazu", sagt Siewierska und lacht. Klar seien die Schuhe eine Adidas-Kopie. "Aber gute Qualität." Für 18 statt 80 Euro das Paar. (dpa)

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