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Sex-Skandal im Weißen Haus Ein Sturm namens Melania

Eine angebliche Schweigegeldzahlung des US-Präsidenten an einen Pornostar zieht immer weitere Kreise.

Donald und Melania Trump
Melania Trump ist seit dem Erscheinen des ersten Berichts nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten. Foto: rtr

Der Eintritt war doppelt so teuer wie sonst. An Zuschauern mangelte es trotzdem nicht. Für 20 Dollar und ein paar Scheine Trinkgeld ließ „Stormy Daniels“ am Wochenende zum Getöse der britischen Hard-Rock-Band Def Leppard ihre spärlichen Hüllen fallen.

Rund 300 Besucher im „Trophy Club“, einer Stripbar bei Greenville in South Carolina, waren begeistert – unter ihnen auch Reporter der angesehenen Tageszeitungen „New York Times“ und „Washington Post“. „Make America Horny Again!“ (Mach’ Amerika wieder geil!) ist das Motto der Tournee der 38-Jährigen, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt.

Der Titel erinnert nicht zufällig an den Politslogan des US-Präsidenten. Angeblich hatte Donald Trump vor elf Jahren mit dem erfolgreichen Pornostar eine Affäre, und die Geschichte holt den 71-Jährigen gerade nicht nur an den Zeitschriftenauslagen der Supermarktkassen ein.

Es geht um Schweigegeld, das womöglich aus Parteispenden gezahlt wurde, um Doppelmoral und neuerdings auch um eine mögliche Ehekrise, seit Ehefrau Melania überraschend ihre Reise zum Weltwirtschaftsforum in Davos absagte.

Ins Rollen gebracht hat die Geschichte nicht ein Boulevardmagazin, sondern das konservativ-seriöse „Wall Street Journal“, dessen Verleger Rupert Murdoch zum Freundeskreis des Präsidenten gehört. Das Wirtschaftsblatt berichtete vor zwei Wochen, dass Trumps langjähriger Anwalt Michael Cohen im Oktober 2016, kurz vor der US-Wahl, 130.000 Dollar an Clifford überwiesen habe.

Das bestreitet Cohen zwar. Die Zeitung fand jedoch im Schwarzgeldparadies Delaware das Konto einer ominösen Firma, die Cohen zugeordnet wird. Von dort wurde das Geld auf ein Konto des Pornostars in Los Angeles transferiert.

Schweigegeld für Clifford

Die meisten US-Medien zweifeln nicht daran, dass es sich um Schweigegeld handelt. Schließlich soll Clifford mit Fernsehsendern in Verhandlungen gestanden haben, ihre bereits 2011 von einem Klatschblatt kolportierte Geschichte vor der Kamera zu erzählen: Wie sie im Juli 2006 den Milliardär Trump bei einem Golfturnier am Lake Tahoe kennenlernte, wie er sie auf sein Hotelzimmer einlud, ihr eine Rolle in seiner Show und ein Apartment im (nie gebauten) Trump Tower Tampa versprach und es zum Sex kam, der „nicht besonders abgefahren“ gewesen sein soll.

Angeblich ließ sich Trump eine DVD des Pornostars signieren und hielt auch in der Folgezeit – zumindest telefonischen – Kontakt. Dass Trump als Veranstalter von Schönheitswettbewerben mehr als ein Auge für die Kandidatinnen hatte und diese auch bedrängt haben soll, ist nichts Neues.

Doch der Sprengstoff der Clifford-Affäre liegt woanders: Es geht um (einvernehmlichen) außerehelichen Sex, wenige Monate nachdem Trumps Sohn Barron geboren wurde. Und um sehr intime Gespräche, in deren Verlauf der Familienvater dem Nacktmodell gesagt haben soll, es sei „schön und schlau“ wie seine Tochter Ivanka. Und schließlich wird mitten in der amerikanischen Sexismusdebatte bekannt, dass der Präsident an eine Frau 130.000 Dollar Schweigegeld gezahlt haben soll.

Melania Trump bleibt daheim

Das Weiße Haus bestreitet alles. Doch das „Wall Street Journal“ hat nichts widerrufen. Und der US-Nachrichtensender CNN weist darauf hin, dass First Lady Melania, die seit 2005 mit Trump verheiratet ist, seit dem Erscheinen des ersten Berichts nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten ist.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier USA

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