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Senioren Die politische Macht der Senioren

Die Alten werden immer mehr - und die Parteien wissen sehr genau um diese politische Macht. Denn in keiner anderen Altersgruppe gehen so viele Menschen zur Wahl. Davon könnten die Jungen lernen.

Mit dem Wahlverhalten der Alten sind auch die politischen Verhältnisse zementiert. Foto: epd

Sie sind viele, und sie nehmen die klassische Politik noch ernst: Beides zusammen macht die Rentner und Senioren zu einer Macht in dieser Republik. So einfach ist es, wenn man die Zahlen nimmt. Bei der letzten Bundestagswahl im Jahr 2013 stellten all jene Deutschen, die älter als sechzig Jahre sind, schon mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten, genau 34 Prozent. Und vor allem machten sie etwas aus dieser Berechtigung, denn satte 75 Prozent von ihnen gingen zur Wahl. In keiner anderen Altersgruppe gibt es eine höhere Wahlbeteiligung.

Die Parteien und ihre Strategen wissen das natürlich. Deshalb sind die Rentenfrage, die Alterssicherung und auch die Gesundheitspolitik schöne Themen, bei denen sich die älteren Deutschen auf die Versprechen der Volksparteien verlassen können. Zumindest auf die Versprechen. Und es ist sicher kein Zufall, dass man in einem demografisch und demokratiepraktisch derart verfassten Land immer noch lange auf einen Kindergartenplatz warten muss.

Rentenfrage vs. Familienpolitik

Man kann sich auch ausrechnen, wieso es in Deutschland eine große Koalition gibt, denn die Wähler der CDU/CSU sind im Vergleich die ältesten, und diejenigen, die für die SPD stimmen, sind auch kaum jünger. In dieser Beziehung müsste auch die Linke – nicht nur im Osten – als eine Volkspartei des alternden Deutschlands gelten, sie zieht ebenfalls viele Ältere an. Wenngleich halt absolut nicht so viele Wähler.

Da es kaum vorstellbar ist, dass die Bevölkerungsstruktur sich hierzulande noch dramatisch verjüngen wird, scheinen mit dem Wahlverhalten der Alten auch die politischen Verhältnisse zementiert zu sein. Aber kann man den Rentnern vorwerfen, dass sie zur Wahl gehen? Das kann man sicher nicht.

Man müsste sie eher für heftig gelebte Demokratie im Alter auszeichnen. Und den 21 bis 25-Jährigen in Deutschland – bei ihnen ist die Wahlbeteiligung am geringsten – sollte man sagen, dass man von den Alten etwas lernen kann: sich für seine Interessen einzusetzen. Denn so funktioniert Politik in jedem Alter.

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