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Senegal Präsidentenwahl im Senegal nach blutigem Wahlkampf

Überschattet von Protesten gegen Staatschef Abdoulaye Wade wählen die Senegalesen am Sonntag ihren neuen Präsidenten. Der Amtsinhaber ist der Favorit, Youssou N'dour darf nicht antreten.

24.02.2012 14:53
Wähler in Touba geben ihre Stimme ab. Foto: AFP

Überschattet von Protesten gegen Staatschef Abdoulaye Wade wählen die Senegalesen am Sonntag ihren neuen Präsidenten. Der Amtsinhaber ist der Favorit, Youssou N'dour darf nicht antreten.

Nach einem blutigen Wahlkampf mit sieben Toten und zahlreichen Verletzten wird an diesem Sonntag (26.2.) in Senegal ein neuer Präsident gewählt. Die UN und zahlreiche Regierungen haben die Senegalesen zu friedlichen Wahlen aufgerufen. Der umstrittene Amtsinhaber Abdoulaye Wade wird von 13 Kandidaten herausgefordert.

Der 85-Jährige stellt sich ein drittes Mal zur Wahl, obwohl das die Verfassung eigentlich verbietet. Das oberste Gericht des westafrikanischen Landes hatte allerdings ein juristisches Schlupfloch für den Präsidenten gefunden, der 2000 ein Jahr vor der Verabschiedung der neuen Verfassung zum Staatsoberhaupt gewählt worden war.

Ban Ki Moon fordert zu "glaubwürdiger" Wahl auf

Das Verfassungsgericht verhinderte dagegen eine Kandidatur des weltbekannten Musik-Stars Youssou N'dour (52). Der populäre Popstar („Seven seconds“), der bei einer Kundgebung am Dienstag in Dakar von einer Tränengasgranate leicht verletzt wurde, hatte angeblich zu wenig Unterstützer-Unterschriften gesammelt.

Fünf Millionen Senegalesen haben sich als Wahlberechtigte registrieren lassen. Sollte keiner der Kandidaten am Sonntag eine absolute Mehrheit erreichen, wird es im März eine Stichwahl geben.
Wade gilt trotz aller Proteste als Favorit - vor allem, weil sich die Opposition auf keinen gemeinsamen Kandidaten hatte einigen können. Als relativ aussichtsreiche Bewerber gelten die beiden früheren Ministerpräsidenten Macky Sall (51) und Idrissa Seck (52) sowie der sozialistische Politiker Ousmane Tenor Diang (65).

Die internationale Gemeinschaft sorgt sich nach den Ausschreitungen im Wahlkampf um den friedlichen Verlauf der Wahl in Senegal, das lange als ein besonders stabiler Staat in Afrika galt. Am Dienstag traf eine Wahlbeobachtergruppe der Afrikanischen Union und der westafrikanischen Wirtschaftsunion in Dakar ein. Sie wird vom nigerianischen Ex-Präsidenten Olusegun Obasanjo geleitet.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte hatte am Donnerstag die 13 Millionen Senegalesen aufgefordert, „friedliche und glaubwürdige“ Wahlen abzuhalten. Er appellierte zudem an die Politiker des Landes, sich friedlich auseinanderzusetzen. Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle rief die Regierung in Dakar dazu auf, für einen gewaltlosen, transparenten und fairen Wahlablauf zu sorgen. (dpa)

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