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Selbstmordanschlag in Afghanistan Taliban stürmen Regierungsgebäude

Bis zu sechs Selbstmordattentäter attackieren in der afghanischen Provinz Parwan den Amtssitz des Gouverneurs. Mindestens 19 Menschen werden getötet, über 30 sind verletzt.

14.08.2011 12:56
Die Taliban-Anschläge sorgten für großen Schaden. Ihr Ziel war eine Sicherheitssitzung. Foto: AFP

In Zentralafghanistan haben Selbstmordattentäter der radikal-islamischen Taliban ein Regierungsgebäude gestürmt und dabei mindestens 19 Menschen getötet. Die Angreifer drangen am Sonntag auf das Gelände des Gouverneurssitzes von Parwan nordwestlich der Hauptstadt Kabul ein, wo nach offiziellen Angaben eine Sicherheitssitzung stattfand. Bei dem Angriff wurden nach Krankenhausangaben auch 30 Menschen verletzt. Afghanistans Präsident Hamid Karsai verurteilte den Anschlag aufs Schärfste.

Parwan liegt rund eine Autostunde von Kabul entfernt. Augenzeugen sagten, mindestens fünf Explosionen seien zu hören gewesen, bevor afghanische Sicherheitskräfte zurückschossen. In einem dramatischen Interview mit dem Gouverneur Abdul Basir Salangi mit dem privaten TV-Sender TOLO News sagte dieser, bis zu sechs Selbstmordattentäter hätten während der Sitzung angegriffen und seine Kräfte hätten dann zur Abwehr angesetzt. Zahlreiche Gebäude auf dem Regierungsgelände seien beschädigt worden.

Isaf setzt Hubschrauber ein

Die Taliban bekannten sich zu der Tat. Zunächst habe sich ein Selbstmordattentäter am Eingang zu dem Gelände in die Luft gesprengt, sagte ein Sprecher der islamistischen Gruppe. Fünf weitere Attentäter hätten es bis in das Innere der Anlage geschafft. An der Konferenz nahmen nach Angaben der Taliban auch US-Vertreter teil.

Ein Berater des Polizeichefs von Parwan sagte, die Angreifer seien nicht bis zu der Sitzung mit ausländischer Beteiligung vorgedrungen. Bei den meisten der Opfer handele es sich um Regierungsangestellte, teilte das Krankenhaus mit. Unter den Opfern sollen auch Kinder sein.

Die Isaf half nach eigenen Angaben mit Hubschraubern beim Kampf gegen die Taliban. Sie selbst hat keine Opfer zu beklagen. Die Isaf will den Kampfeinsatz in Afghanistan bis 2014 beenden und den afghanischen Sicherheitskräften die Kontrolle übergeben.

Die Gewalt in Afghanistan hatte 2010 einen Höhepunkt erreicht, seitdem die Taliban 2001 von US-geführten Truppen gestürzt worden waren. Seit Jahresbeginn haben die Übergriffe nicht wesentlich nachgelassen. Erst vor gut einer Woche schossen die Taliban einen Hubschrauber der Nato ab. 30 US-Soldaten und acht Afghanen kamen dabei ums Leben. (rtr)

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