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Schwimmunterricht Muslime Muslimin verlässt Schule wegen Schwimmunterricht

Erstmals hat in Niedersachsen eine muslimische Schülerin ein Gymnasium verlassen, weil sie nicht am Schwimmunterricht teilnehmen wollte. Bereits im September hatte ein Mädchen in Hessen den Rechtsstreit um die Befreiung vom Schwimmen vor Gericht verloren.

12.10.2012 17:26
Zwei muslimische Schülerinnen in Ganzkörper-Badeanzügen, den Burkinis, beim Schwimmunterricht an einer Schule in Baden-Württemberg. Foto: dpa

Erstmals hat in Niedersachsen eine muslimische Schülerin ein Gymnasium verlassen, weil sie nicht am Schwimmunterricht teilnehmen wollte. Bereits im September hatte ein Mädchen in Hessen den Rechtsstreit um die Befreiung vom Schwimmen vor Gericht verloren.

Eine muslimische Schülerin hat ein Gymnasium in Niedersachsen aus religiösen Gründen verlassen - sie wollte nicht am gemischten Schwimmunterricht teilnehmen. „Das Kind sollte Jungen nicht in Badehosen sehen“, sagte der Schulleiter des Hildesheimer Goethe-Gymnasiums, Reinhard Weddig, am Freitag unter Verweis auf die Eltern. Er bestätigte damit einen Bericht der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“.

Das Kultusministerium erklärte, es bestehe Schulpflicht und das gelte auch für den Schwimmunterricht. Sie gehe aber davon aus, dass es zu einer einvernehmlichen Lösung kommen werde, sagte Sprecherin Corinna Fischer. Bei dem Streit in Hildesheim handele es sich um einen Einzelfall.

Schulpflicht gilt

Erst im September hatte ein elfjähriges muslimisches Mädchen in Hessen einen Rechtsstreit um die Befreiung vom Schwimmen verloren. Der Verwaltungsgerichtshof in Kassel hatte entschieden, dass der staatliche Bildungsauftrag Vorrang vor der Religionsfreiheit hat.

Ministeriumssprecherin Fischer betonte, die Schulpflicht gelte auch für den Schwimmunterricht. Das Ministerium habe „großen Respekt vor den religiösen Ansichten und Motiven muslimischer Schülerinnen und ihrer Eltern“. Deshalb habe es in der Vergangenheit immer kreative und pragmatische Lösungen gegeben. Dazu gehöre etwa die Erlaubnis, den Burkini zu tragen oder nach Geschlechtern getrennten Unterricht zu organisieren.

Zum Fall der Zehnjährigen berichtete der Schulleiter, dass die Eltern bei der Anmeldung der Schülerin keine Bedenken geäußert hätten. Erst nach der Einschulung hätten sie mitgeteilt, dass ihre Tochter aus Gründen der Scham am Schwimmunterricht nicht teilnehmen werde, sagte Weddig. (dpa/epd)

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