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Saudi-Arabien und Iran USA bemühen sich um Deeskalation

Der Streit zwischen Saudi-Arabien und dem Iran befeuert die Auseinandersetzung zwischen Schiiten und Sunniten in der islamischen Welt. US-Außenminister John Kerry drängt seine Kollegen aus beiden Ländern zu einer Beruhigung der Lage.

04.01.2016 15:01
US-Außenminister John Kerry schaltet sich in den Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Iran ein. Foto: AFP

Angesichts der tiefen Krise zwischen Saudi-Arabien und dem Iran hat US-Außenminister John Kerry seine Kollegen aus beiden Ländern in Telefonaten zu einer Beruhigung der Lage gedrängt. Aus Regierungskreisen in Washington hieß es am Montag, dass Kerry den iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif und den saudiarabischen Außenminister Adel al-Dschubeir angerufen habe. "Wir rufen zur Ruhe und zur Deeskalation auf", sagte ein US-Regierungsvertreter.

Der schiitisch geprägte Iran und das sunnitische Saudi-Arabien ringen seit Jahren um die Vormachtstellung am Golf. Auslöser der jüngsten Eskalation war die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Scheich Nimr Baker al-Nimr am Samstag in Saudi-Arabien. Demonstranten griffen daraufhin in Teheran die saudiarabische Botschaft an, am Sonntag verkündete die Regierung in Riad den Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Saudi-Arabien stoppte am Montag zudem den Luftverkehr in den Iran.

Die Krise befeuert die Auseinandersetzung zwischen Schiiten und Sunniten in der islamischen Welt. Am Montag folgten die mit Saudi-Arabien verbündeten Staaten Bahrain und Sudan dem Beispiel Riads und kappten die diplomatischen Verbindungen zum Iran. Im mehrheitlich schiitischen Irak kam es zu anti-sunnitischer Gewalt. Anti-sunnitische Demonstrationen gab es auch im Libanon, in Pakistan und im indischen Teil Kaschmirs.

Die USA sind ein traditioneller Verbündeter Saudi-Arabiens. Zum Iran unterhalten sie seit der Besetzung ihrer Botschaft in Teheran nach der iranischen Revolution 1979 keine diplomatischen Beziehungen. Mit dem Abkommen über das iranische Atomprogramm näherten sich Washington und Teheran zuletzt aber vorsichtig an. Eine weitere Eskalation im iranisch-saudiarabischen Verhältnis könnte die Umsetzung der Atom-Vereinbarung gefährden.

Die verschärften Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran drohen auch eine Beendigung des Bürgerkriegs in Syrien zu erschweren. Während Teheran hinter Machthaber Baschar al-Assad steht, unterstützt Riad sunnitische Rebellengruppen. Der UN-Sondergesandte für den Syrien-Konflikt, Staffan de Mistura, wollte nach Angaben der Vereinten Nationen noch am Montag nach Riad und anschließend nach Teheran reisen. Die Krise zwischen beiden Ländern sei "eine sehr beunruhigende Entwicklung", sagte UN-Sprecher Stéphane Dujarric. (afp)

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