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Salvini und Le Pen Rechte wollen Brüssel entmachten

Vor den Europawahlen machen Marine Le Pen und Matteo Salvini gemeinsam gegen „EU-Bürokraten“ mobil - und werfen dabei mit linken Schlagwörtern und Idealen um sich.

Le Pen besucht Italien
Um Le Pen ist es ruhig geworden, Salvini dagegen befindet sich im schier unaufhaltsamen Höhenflug. Foto: rtr

Sie geben sich gern als das Traumpaar der europäischen Rechtspopulisten. Das Kräfteverhältnis zwischen Italiens Lega-Chef Matteo Salvini und Marine Le Pen hat sich allerdings stark gewandelt. Vor der EU-Wahl 2014 dümpelte die Lega noch bei drei Prozent, und Salvini reiste für ein gemeinsames Selfie mit der so viel erfolgreicheren französischen Front-National-Chefin nach Paris.

Seit Emmanuel Macron in Frankreich siegte, ist es um Le Pen und ihre Partei ruhig geworden. Salvini dagegen befindet sich im schier unaufhaltsamen Höhenflug. Als Vizepremier und Innenminister hat er es geschafft, in Italien die Zustimmung für seine rechtsnationale Lega auf aktuell fast 34 Prozent klettern zu lassen.

Steve Bannon nennt Italien den „Mittelpunkt“

Jetzt stehen wieder Europawahlen an. Und nicht nur Salvini sieht sich als Anführer einer Allianz der europäischen Rechtspopulisten, die im Mai 2019 die Macht in Brüssel übernehmen soll. Der frühere Trump-Stratege und US-Rechte Steve Bannon nennt Italien „den Mittelpunkt des politischen Universums“, seit dort die Anti-Establishment-Bewegung Fünf Sterne und die Lega regieren. In Rom empfängt Salvini jetzt seine Alliierten.

Vor wenigen Wochen erst war der ungarische Rechtspopulist Viktor Orbán zu Gast, am Montag nun kam Le Pen. Anlass war ein Kongress der postfaschistischen Gewerkschaft UGL. Thema: „Wirtschaftswachstum und soziale Perspektiven in einem Europa der Nationen“. Doch es war ein Wahlkampfauftritt. Nichts weniger als eine „demokratische und pazifistische Revolution in Europa“ versprachen die beiden Rechtspopulisten. Ihre größten Feinde: „die Linken und EU-Bürokraten“.

Man trete gegen die an, „die in den Bunkern von Brüssel sitzen“, sagte Salvini. Leute wie Kommissionschef Jean-Claude Juncker und Währungskommissar Pierre Moscovici von den französischen Sozialisten. Selten noch wurde so viel mit eigentlich „linken“ Schlagwörtern und Idealen um sich geworfen, wie es beim Auftritt von Salvini und Le Pen der Fall war. Sie beschworen das Recht auf Arbeit als oberste Priorität in Europa, sie forderten gerechte Löhne, Arbeiterrechte, soziale Umverteilung von oben nach unten, ein Ende der „wilden Globalisierung“.

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