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Russland, Ukraine und die Krim Putins Rede

Die FR dokumentiert in Auszügen die Rede des russischen Präsidenten Wladimir Putin zur Krim.

18.03.2014 18:43
Putin während seiner Rede im Kreml. Foto: dpa

„Damit man versteht, warum eben diese Wahl getroffen worden ist, reicht es die Geschichte der Krim zu kennen und zu wissen, was Russland für die Krim und die Krim für Russland bedeuten. Auf der Krim ist buchstäblich alles mit unserer Geschichte und unserem Stolz durchtränkt. (…)
Das, was unwahrscheinlich schien, war, leider, wahrgeworden. Die UdSSR zerfiel. (…) Viele Menschen in Russland und in der Ukraine sowie in anderen Republiken hofften, dass die Gemeinschaft unabhängiger Staaten, eine neue Form einer gemeinsamen Staatlichkeit wird. Ihm wurden und werden eine Währung, eine Wirtschaftsunion und Armee versprochen, doch all dies blieb bisher nur ein Versprechen. (…)

Man muss ehrlich sagen, dass (…) Russland selbst den Zerfall der Sowjetunion befördert hatte, und dabei die Krim und die Schwarzmeerflotte vergessen hatte. Millionen Russen sind in einem Land schlafen gegangen, und sind im Ausland aufgewacht, zeitgleich waren sie zu einer Minderheit geworden (…) und das russische Volk ist damit zu einem der größten, wenn nicht dem größten, gespaltenen Volk der Welt geworden. (…)

Wir haben Gründe zur Annahme, dass Russland weiterhin wie im 18., 19. und 20. Jahrhundert in Schach gehalten werden soll. Ständig versucht man uns in eine Ecke zu treiben, weil wir eine eigene unabhängige Position haben (…) Aber alles hat seine Grenzen. Und im Fall der Ukraine haben unsere westlichen Partner eine Linie überschritten, sie führten sich grob, verantwortungslos und unprofessionell auf.

Heute ist es zwingend wichtig, die Hysterie zu beenden, die Rhetorik des „Kalten Krieges“ abzulegen und Offensichtliches anzuerkennen: Russland ist ein selbstständiger und aktiver Teilnehmer des internationalen Lebens; es hat, wie andere Staaten auch, nationale Interessen, die man berücksichtigen und achten muss.

Ich wende mich heute an das Volk der Vereinigten Staaten, an Menschen, die seit den Ursprüngen des Staates (...) stolz darauf sind, dass Freiheit für sie über allem steht. Ist etwa das Streben der Menschen auf der Krim, ihr Schicksal frei zu wählen nicht etwa vom gleichen Wert? Versteht uns.“ Übersetzung: Viktor Funk

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Ukraine

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