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Russland, Ukraine und die Krim Putin lässt sich feiern

Der russische Präsident greift in seiner Rede vor dem Parlament nach der Krim, rechtfertigt seinen Kurs als "nationale Interessen" und attackiert den Westen als "grob und verantwortungslos". Bundeskanzlerin Merkel und US-Präsident Obama sind empört.

Wladimir Putin (M.). Foto: afp

Der russische Präsident Wladimir Putin hat ungeachtet des internationalen Protestes die ukrainische Halbinsel Krim formal als ein Subjekt der Russischen Föderation annektiert. Er unterzeichnete am Dienstag den Vertrag zur Eingliederung der Krim.

In seiner Rede vor den Abgeordneten des russischen Parlaments rechtfertigte Putin die Aneignung der Krim als Wiedervereinigung. Er verwies auf die „illegale“ Schenkung der Krim zur Zeit der Sowjetunion an die Ukraine. Russland sei nach dem Zerfall der Sowjetunion zu schwach gewesen, um seine Interessen zu verteidigen. Er warf dem Westen vor, Russland in die Enge getrieben und seine Interessen ignoriert zu haben. „Im Fall der Ukraine haben unsere westlichen Partner eine Linie überschritten, sie führten sich grob, verantwortungslos und unprofessionell auf“, sagte Putin.

"Illegales Vorgehen"

In seiner Rede forderte er, auf der internationalen Bühne als gleichberechtigter Akteur akzeptiert zu werden. Russland hat „wie andere Staaten auch nationale Interessen, die man berücksichtigen und achten muss“.

Ob Putin und Russland diese Rolle so schnell gewährt wird, ist nach der Krim-Annexion freilich mehr als fraglich.

Die ukrainische Regierung und der Westen reagierten nach dem Staatsakt in Moskau empört. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte Putins Vorgehen illegal, US-Präsident Barack Obama forderte ein G-7-Krisentreffen. Russland ist nach Angaben von Merkel weiterhin Mitglied der G-8-Gruppe. Sie stellte am Dienstag in Berlin klar, dass die großen Industrienationen lediglich die Vorbereitungen für das diesjährige G-8-Treffen im Juni in Sotschi suspendiert haben. „Darüber hinaus sind keine Entscheidungen gefallen“, sagte die Kanzlerin. „Was G 8 anbelangt, gibt es keinen neuen Sachstand.“

Ängste zerstreuen

Nach der Rede des russischen Präsidenten legten die Börsen in Moskau derweil kräftig zu. Der RTS-Index für in Dollar gelistete Aktien und der Index für die Rubel-Titel zogen je um mehr als vier Prozent an. Putin versuchte in seiner Rede, Ängste vor einem Austritt weiterer Regionen aus der Ukraine zu zerstreuen. An einer solchen Entwicklung habe Russland kein Interesse.

Einige Anleger hätten damit begonnen, sich für ein Nachlassen der politischen Spannungen zu positionieren. Auch der Dax drehte während der Rede Putins ins Plus. (mit afp/dpa)

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Ukraine

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