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Rundbrief von Joachim Günther FDP-Politiker ruft zum Medienboykott auf

Das Jammern über unliebsame Berichte hat in der FDP Tradition. Jetzt bläst ein Abgeordneter zum Gegenangriff - und rät, "linksgrüne" Medien zu boykottieren.

23.01.2012 14:16
Joachim Günther: "Ich bin sicher, dann würde sich einiges ändern im medialen Bereich".

Das Jammern über unliebsame Berichte hat in der FDP Tradition. Jetzt bläst ein Abgeordneter zum Gegenangriff - und rät, "linksgrüne" Medien zu boykottieren.

Über die Presse zu wehklagen, gehört zur FDP wie die Brille zu Westerwelle: Kaum eine wichtige Rede, in der nicht darüber gejammert wird, wie unfair die Medien mit dem Parteichen umgehen.

Erst kürzlich wieder erklärte Parteichef Rösler den Unterschied zwischen"öffentlicher" und "veröffentlichter" Meinung.

Jetzt hat ein FDP-Abgeordneter offenbar genug von der Opferrolle: Auf seiner Website ruft Joachim Günther die Kollegen auf, "irreführende" Medien zu boykottieren.

In einem Rundbrief an alle Bundestagsabgeordneten der Partei schrieb Günther, es sei an der Zeit, „dass wir als Liberale das Spiel beenden, das uns die Presse deutschlandweit seit Monaten aufzwingt“. Medien mit „linksgrüner Hysterie-Berichterstattung“ hätten zu viel Macht.

"Von der Journalistenmeute gehetzt"

Ähnliches gelte für die Vorratsdatenspeicherung, ergänzte Günther in einem Brief, den er laut "Sächsische Zeitung" auch an eine Reihe von Abgeordneten der Union schickte. Nun könnten „unmoralische und unfähige" Journalisten nicht einfach zum Rücktritt aufgefordert werden, scheibt Günther.

Weiter: "Wohl aber kann man Zeitungen abbestellen, Radio- und Fernsehsender nicht mehr einschalten."

Günther kritisierte die Presse auch für ihren Umgang mit Bundespräsident Christian Wulff. Derzeit werde das Staatsoberhaupt von einer „Journalistenmeute wie ein räudiger Fuchs über sämtliche Titelblätter und durch alle Fernsehsendungen gehetzt“, schrieb der frühere sächsische Landesvorsitzende in seinem Brief.

Er rief die Empfänger dazu auf, den Boykottaufruf zu verbreiten. Denn dann, da ist er sich sicher, "dann würde sich einiges ändern im medialen Bereich." (jon, afp)

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