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Rüstung Angst vor Wettrüsten

Seit 1987 verzichten die USA und Russland auf atomare Mittelstreckenraketen. Nach US-Angaben verstößt die Atommacht aus dem Osten gegen das Abkommen. Es könnte wieder zu einem Wettrüsten in Mitteleuropa kommen. Der Kommentar.

INF-Vertrag
Ronald Reagan (r.) und Michail Gorbatschow unterzeichnen am 8. Dezember 1987 den INF-Vertrag. Foto: imago

Der Wahnsinn des Wettrüstens steht vor der Wiederkehr nach Mitteleuropa. Russland verstößt nach USA-Angaben gegen den INF-Vertrag, der die beiden Atommächte seit 1987 zum Verzicht auf atomare Mittelstreckenraketen verpflichtet. Die Vorwürfe lassen sich nicht von unabhängiger Seite belegen, aber sie sind plausibel. Russland weigert sich, die neuen Raketen inspizieren zu lassen. Jetzt drohen die US-Amerikaner, den Vertrag zu kündigen. Wenn das geschehen sollte, wäre das ein Schritt zurück. Mitteleuropa könnte wieder zu einem nuklearen Schlachtfeld werden – eine schreckliche Vorstellung.

Wer kann das noch verhindern? Darauf gibt es keine befriedigende Antwort. Die Beziehungen zwischen Russland und den USA sind so schlecht, dass auf beiden Seiten kein Wille mehr zur Zusammenarbeit in internationalen Fragen zu entdecken ist.

Die Europäer müssen zusehen, wie Washington und Moskau über europäische Sicherheit entscheiden und doch nur die eigenen Interessen im Blick haben. Europa mag im Schrecken darüber vereint sein.

Man kann natürlich darauf hoffen, dass Trump und Putin etwas Ähnliches gelingen könnte wie Ronald Reagan und Michail Gorbatschow vor gut 30 Jahren. Aber das wäre nicht mehr als eine Wunschvorstellung.

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