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Reservenetz hat versagt Stromversorgung in Biblis defekt

Neue Panne im hessischen AKW: 50 Minuten lang musste das Kraftwerk den Angaben zufolge auf die Notversorgung aus den Dieselaggregaten ausweichen. Bei den Grünen weckt der Vorfall Erinnerungen an Japan.

Wegen des Atom-Moratoriums ist Biblis A derzeit abgeschaltet. Es benötigt aber trotzdem Strom für den Eigenbedarf. Foto: REUTERS

Im Atomkraftwerk Biblis A hat die Stromversorgung in dieser Woche nicht richtig funktioniert. Das teilte das hessische Umweltministerium am Donnerstag mit.

Die Grünen brachten die neue Panne in dem ältesten deutschen Atomkraftwerk in Verbindung mit dem Atomunglück im japanischen Fukushima. Spätestens dort habe jeder sehen können, dass ein Atomkraftwerk „auch noch nach der Abschaltung zuverlässig mit Strom versorgt werden“ müsse, sagte der hessische Grünen-Vorsitzende Tarek Al-Wazir. „Dass dies in Biblis eben nicht gesichert ist, beweist der erneute Störfall.“

Ausgangspunkt des Störfalls vom Montag war nach Angaben des Ministeriums ein Brand im Umspannwerk Bürstadt, weshalb die Anbindung des Atomkraftwerks an das öffentliche Hochspannungsnetz gestört gewesen sei. Normalerweise solle in diesem Fall automatisch auf ein zusätzliches Reservenetz umgeschaltet werden. Das habe aber bei „zwei von vier Versorgungsschienen“ nicht funktioniert. Stattdessen hätten Dieselaggregate eingeschaltet werden müssen.

50 Minuten lang musste das Kraftwerk den Angaben zufolge auf die Notversorgung aus den Dieselaggregaten ausweichen. Dann gelang der Anschluss an das Reservenetz wieder. „Die Ursachenklärung ist noch nicht abgeschlossen“, teilte das Haus von Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) mit. Es sei niemand durch die Panne gefährdet worden.

Wegen des Atom-Moratoriums der Bundesregierung ist Biblis A derzeit abgeschaltet. Es benötigt aber trotzdem Strom für den Eigenbedarf. Die Betreiberfirma RWE klagt gegen die vorläufige Abschaltung. SPD, Grüne und Linke fordern, dass der Meiler nie wieder ans Netz geht. Auch einige Politiker von CDU und FDP haben die Erwartung geäußert, dass Biblis A abgeschaltet bleibt. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) betont hingegen, dass der Sicherheitsstandard „ergebnisoffen“ geprüft werde.

Der Grüne Al-Wazir wertete die Panne als „erneuten Beweis der Störanfälligkeit des ältesten Atommeilers Deutschlands“. Er fragte: „Wie viele Störfälle brauchen wir in Biblis A eigentlich noch, damit RWE und auch die CDU merken, dass die Zeit dieses Reaktors endgültig abgelaufen ist?“ Es handele sich bei Biblis A und dem zwei Jahre jüngeren Block B um „Schrottmeiler“.

In Biblis sind seit der Inbetriebnahme mehr als 800 Stöfälle registriert worden.

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