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Rechtsextreme Schiff der Identitären in Seenot?

4. Update Nach Angaben der Organisation „Sea-Eye“ gerät das von den Rechtsextremen gechartete Schiff C Star vorübergehend in Seenot. Die Rechten widersprechen.

Tunesien
Tunesische Fischer haben genug von den Identitären. Foto: afp

Es wäre das denkbar ironischste Ende einer geschmacklosen Aktion. Nach Angaben der Organisation „Sea-Eye“ ist das von der rechtsextremen Aktion „Defend Europe“ – die maßgeblich von der Identitären Bewegung initiiert wurde – gecharterte Schiff „C Star“ am Freitagmorgen in Seenot geraten.

Die C Star war von Defend Europe gechartert worden, um im Mittelmeer die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen zu behindern, die Flüchtlinge aus Seenot retten. Die Organisatoren aus dem Führungszirkel der rechtsextremen Identitären Bewegung unterstellen den freiwilligen Seenotrettern, massenhaft illegale Migranten nach Europa zu schmuggeln.

Nach eigenen Angaben wurde der Vorsitzende von „Sea-Eye“ am Freitagvormittag von einem Sprecher der EU-Militäroperation „EUNAVFOR MED Operation Sophia“ darüber informiert, dass die C-Star aufgrund eines Maschinenschadens manövrierunfähig sei.  Da der Kutter „Sea Eye“ dem Schiff der Identitären am nächsten sei, sei er von der Seenotleitzentrale für das westliche Mittelmeer in Rom (MRCC) angewiesen worden, der C Star zu Hilfe zu kommen. Später hieß es, die C Star habe Hilfe per Funk verweigert. „Auf Weisung des MRCC setzte die Sea-Eye darauf hin ihren Erkundungskurs nach Schiffbrüchigen und Ertrinkenden fort“, teilte die NGO auf ihrer Facebook-Seite am Freitagnachmittag weiterhin mit.

Identitäre bestreiten Notfall

Auf Anfrage der FR bestätigte ein Sprecher der EU-Mission Sophia, dass ein Flugzeug vom Typ „Sea Gull“ bei einem Patrouillenflug gegen 9 Uhr am Freitagmorgen einen Funkspruch empfangen habe: Auf dem internationalen Funkkanal CH16, der für Notrufe verwendet wird, sei gemeldet worden, dass die C Star einen Motorschaden erlitten habe. Nachdem das Flugzeug der Sophia-Mission die Position des Schiffes in internationalen Gewässern vor der libyschen Küste erreicht hatte, habe man vorschriftsgemäß die Seenotleitzentrale MRCC über die Situation informiert.

Defend Europe meldete in den sozialen Netzwerken, dass es in der vergangenen Nacht lediglich zu einer kleineren technischen Störung gekommen sei. Um diese zu beheben, sei der Motor des Schiffes abgeschaltet worden, womit das Schiff nach den internationalen Kollisionsverhütungsregeln als manövierunfähig gelte. Das Problem werde derzeit behoben, es handele sich demnach nicht um einen Notfall. Laut Daten der Tracking-Website marinetraffic.om setzte sich die C Star am Nachmittag wieder in Richtung Tunesien in Bewegung.

Weder die Seenotleitzentrale in Rom noch die italienische Küstenwache waren am Freitag für eine Stellungnahme zu erreichen. (mit mas)

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