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Prozess in Norwegen Breiviks krude Terrorpläne

Der geständige Attentäter Anders Breivik wollte ursprünglich weitere Anschläge in Oslo verüben. Am vierten Prozesstag berichtet er auch ausführlich über seine Vorbereitungen.

Krude Terrorpläne: Anders Breivik am Donnerstag vor Gericht. Foto: dpa

Im Mordprozess gegen den norwegischen Rechtsradikalen Anders Breivik haben am vierten Tag Schreckensszenarien vorgesetzt bekommen, wie man sie in einem norwegischen Gerichtssaal noch nie gehört hat. Der geständige Attentäter berichtete ausführlich über seine vielgestaltigen Terrorpläne - und warum er sie verwarf.

Utøya sei nur ein „Ersatzziel“ gewesen, so Breivik: Erst habe er den Aufmarsch zum 1.Mai bombardieren wollen, da sei die „gesamte kulturmarxistische Elite“ versammelt. Doch die „Tausenden Toten“, die dies gekostet hätte, seien doch zu drastisch gewesen. Auch einen Angriff auf die Zeitung „Aftenposten“ verwarf er wieder, weil diese in einem Bürohaus mit „vielen Unschuldigen“ untergebracht sei.

Dann wollte er angeblich drei Bomben platzieren, bei der Regierung, beim Parlament und beim Schloss – allerdings nur, wenn die Königsfamilie nicht dort war. Viele militante Nationalisten seien Monarchisten, er auch. Anschließend habe er mit einem Scooter zum Sponti-Haus „Blitz“ und zum sozialdemokratischen Blatt „Dagsavisen“ fahren und so viele wie möglich hinrichten wollen, bis er selbst erschossen würde. Seine Überlebenschancen habe er als null beurteilt.

Zur Vorbereitung Shooter-Spiele am Computer

Um sich auf die Konfrontation mit der Polizei vorzubereiten, habe er sich eine einjährige Auszeit genommen, um 16 Stunden täglich das Online-Spiel „World of Warcraft“ zu spielen. Ab 2010 habe er dann gezielt viele Stunden in der Woche mit dem Spiel „Modern Warfare“ verbracht, um ein besseres Gefühl für den Umgang mit Schusswaffen zu bekommen. Der damit verbundene Abbruch sozialer Kontakte habe es ihm erleichtert, sich auf die bereits 2006 als Selbstmord-Operation geplanten Anschläge vorzubereiten.

Doch seine Vorbereitungen verzögerten sich. „Es war Ferienzeit und bei den meisten konventionellen Zielen waren zwei Drittel im Urlaub. So mussten neue Ziele her.“ Und da sei ihm Utøya, das sozialdemokratische Jugendlager, als die „attraktivste Alternative“ erschienen. Dort wollte er „A-Klasse-Verrräter" wie Ex-Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland und Juso–Chef Eskil Pedersen fesseln und köpfen, vor laufender Videokamera.

Doch sie waren nicht mehr da, und Breivik richtete seine Waffen auf die Jugendlichen. Das Ziel sei nicht gewesen, 69 zu töten, sondern alle, mit dem „Wasser als Massenvernichtungswaffe“. Er habe gedacht, sie würden ertrinken, in Todesangst schwimme man nicht leicht. Und ungerührt, wie am ersten Prozesstag: „Ja, ich würde es wieder tun.“ (mit dapd)

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