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NSU Zschäpe wollte angeblich aussagen

Die mutmaßliche Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe ist laut „Bild“-Zeitung doch aussagebereit und erwägt einen Wechsel ihrer Anwälte.

26.11.2012 10:16
Rechtsanwalt Wolfgang Stahl verteidigt das wegen zehnfachen Mordes angeklagte Mitglied der NSU, Beate Zschäpe. Foto: dpa

Das soll die in Köln inhaftierte 37-Jährige in Gesprächen auf einem Gefangenentransport am 25. Juni gegenüber ihren Begleitern vom Bundeskriminalamt deutlich gemacht haben, berichtet die Zeitung unter Berufung auf das ihr vorliegende zwölfseitige Gesprächsprotokoll. Zschäpe ist der Mittäterschaft an der Mord- und Anschlagsserie sowie den Banküberfällen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) angeklagt.

Dem Bericht zufolge sagte sie den BKA-Begleitern, sie habe sich gestellt, um auszusagen. Ihre Aussage würde umfangreich und vollständig sein. Ihre Anwälte rieten ihr aber ab, deshalb sei sie unsicher. Ihr Verhältnis zu den Anwälten beschrieb sie laut der Zeitung als nachhaltig gestört. Sie würde sogar überlegen, die Verteidiger zu wechseln. Sie habe ihre Mutter gebeten, sich nach Alternativen umzuschauen, hieß es weiter. Sie würde ihrer Großmutter gerne erklären, warum es so gekommen sei und sich entschuldigen. Unklar sei laut BKA, ob Zschäpe damit die Taten des NSU oder nur ihr Untertauchen meine.

Zschäpe wurde nach den Zeitungsinformationen mit dem Gefangenentransport von Köln nach Gera verlegt, damit ihre Mutter und Großmutter sie im dortigen Gefängnis besuchen konnten. Die während der Fahrt geführten Gespräche sollen mehr als acht Stunden gedauert haben.

Einer von Zschäpes Anwälten nannte den Bericht „lange überholt“. Die Kanzlei werde sich am Nachmittag dazu äußern, sagte Wolfgang Stahl am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Zuvor wolle man sich noch einmal das Protokoll ansehen, das der Kanzlei lange vorliege.

Nach Angaben ihrer Anwälte will Zschäpe auf eigenen Wunsch vor Gericht schweigen. „Wir mussten Frau Zschäpe nicht dazu überreden“, sagte ihr Kölner Anwalt Wolfgang Heer der „Süddeutschen Zeitung“. Ob dies aber für die gesamte Dauer des Prozesses gelte, stehe nicht fest. (dpa/afp)

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