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NSU Neonazi-Mordserie Beate Zschäpe wegen Mordes angeklagt

Wegen der Neonazi-Mordserie erhebt die Bundesanwaltschaft Mordanklage gegen Beate Zschäpe. Sie sei sei nicht nur Mitglied der terroristischen Vereinigung NSU gewesen, sondern als Mittäterin für zehn Morde verantwortlich.

08.11.2012 12:19
Beate Zschäpe und Uwe Böhnhardt. Foto: dpa

Die Bundesanwaltschaft hat die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe als Mittäterin wegen Mordes angeklagt. Zschäpe sei nicht nur Mitglied der terroristischen Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) gewesen, sondern selbst als Mittäterin für die Morde verantwortlich, sagte Generalbundesanwalt Harald Range am Donnerstag in Karlsruhe. Die 37-jährige Zschäpe ist die einzige Überlebende der Terrorzelle. Ihre mutmaßlichen Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt töteten sich selbst. Wegen der Neonazi-Mordserie erhebt die Bundesanwaltschaft Mordanklage gegen Beate Zschäpe und weitere Beschuldigte. Das teilt das Oberlandesgericht München am Donnerstag mit.

Dem OLG zufolge wird die Anklageschrift den Verteidigern nun in den nächsten Tagen zugestellt. Zugleich werde den Anwälten Gelegenheit gegeben, innerhalb einer vom Vorsitzenden des OLG-Senats zu bestimmenden Frist Erklärungen abzugeben. „Weitere Auskünfte, insbesondere zu dem den Angeschuldigten zur Last gelegten Sachverhalt, werden derzeit nicht erteilt“, hieß es in der Mitteilung des OLG München.

Der NSU hatte jahrelang von den Behörden unbehelligt agieren können und war erst vor gut einem Jahr aufgeflogen. Am 4. November 2011 hatten sich zwei der Mitglieder, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, nach einem Banküberfall in Eisenach erschossen. Zschäpe soll am selben Tag die Wohnung des Trios in Zwickau angezündet haben, am 8. November 2011 stellte sie sich der Polizei.

Das Trio wird nach früheren Angaben der Bundesanwaltschaft für neun Morde an türkischen und griechischen Migranten zwischen 2000 und 2006 sowie den Mord an einer Polizistin 2007 in Heilbronn verantwortlich gemacht. Zudem soll es zwei Bombenanschläge 2001 und 2004 in Köln verübt haben, bei denen insgesamt 23 Menschen verletzt wurden.

Im Zusammenhang mit der Verbrechensserie sitzt neben Zschäpe derzeit noch der frühere NPD-Funktionär Ralf Wohlleben in U-Haft. Weitere vier Verdächtige, die als mutmaßliche NSU-Unterstützer festgenommen worden waren, wurden zwischenzeitlich wieder auf freien Fuß gesetzt. Medienberichten zufolge soll sich die nun erhobene Anklage gegen Zschäpe und vier weitere Beschuldigte richten. (dpa/afp)

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