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NSU-Morde Initiative gegen Temmes Posten

Wenn es nach einer Kasseler Initiative geht, soll der umstrittene Ex-Verfassungsschützer Andreas Temme nicht mehr in der Personalabteilung des Regierungspräsidiums Kassel arbeiten dürfen.

Andreas Temme
Der frühere Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes als Zeuge im NSU-Untersuchungsausschuss in Wiesbaden. Foto: Peter Jülich

Eine Kasseler Initiative, die sich mit der Aufarbeitung der NSU-Mord befasst, fordert die „Entfernung von Andreas Temme aus der Personalabteilung des Regierungspräsidiums“. Die Gruppierung „Kasseler Initiative Nachgefragt“ sieht mit Sorge, dass der ehemalige Verfassungsschützer in der Abteilung für die Regelung von Pensionen zuständig sei und Einblick in die „Personalakten von Polizisten, Lehrern und Richtern“ habe, wie sie in einer Pressemitteilung bekannt gab.

Temme hatte bis 2006 für die Kasseler Außenstelle des hessischen Verfassungsschutzes gearbeitet. Dort führte er Informanten des Geheimdienstes, sogenannte V-Leute, aus dem rechtsextremen und dem islamistischen Spektrum, um deren Angaben an die Behörde weiterzugeben.

Bei dem Mord an Halit Yozgat in Kassel am 6. April 2006 – oder wenige Sekunden davor – war Temme am Tatort, Yozgats Internetcafè, gewesen. Der Mord wird inzwischen der rechten Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) zugerechnet.

Temme geriet zeitweise unter Tatverdacht, bis im Januar 2007 die Ermittlungen gegen ihn eingestellt wurden. Er kehrte nicht zum Verfassungsschutz zurück, sondern wurde zum Regierungspräsidium Kassel versetzt und, wie die Initiative schreibt, „zum Amtmann befördert“. „Wie weit die zustimmungspflichtigen Personalräte über die Hintergründe dieser Versetzung ausreichend informiert waren, ist unklar“, heißt es weiter in der Erklärung der „Initiative Nachgefragt“.

Sie führt die Ungereimtheiten auf, die mit Andreas Temme verbunden sind. So habe es nach den Erkenntnissen des NSU-Untersuchungsausschusses „kein echtes dienstrechtliches Disziplinarverfahren gegen ihn“ gegeben.

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