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NSU Bouffier weist Vorwurf von Yozgats Vater zurück

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) weist Vorwürfe des Vaters von Halit Yozgat zurück. Yozgat, dessen Sohn vom NSU ermordet wurde, habe aber „jedes Recht zur Emotionalität“.

NSU
Ismail Yozgat mit dem Bild seines ermordeten Sohnes Halit. Foto: Frank Rumpenhorst (dpa)

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat erneut Vorwürfe im Zusammenhang mit dem NSU-Mord in Kassel zurückgewiesen. Der Vater des ermordeten Halit Yozgat habe aber „jedes Recht zur Emotionalität“, sagte Bouffier im Facebook-Videochat #fragVolker.

Yozgat war im April 2006 im Alter von 21 Jahren in Kassel erschossen worden. Der Mord wird dem rechtsextremen „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) zur Last gelegt. Am Tatort hatte sich der hessische Verfassungsschützer Andreas Temme aufgehalten. Er will die Schüsse nicht mitbekommen haben. Im Münchner NSU-Prozess sagte Ismail Yozgat am Mittwoch: „Nach unserer Auffassung hat Temme unseren Sohn ermordet oder ließ ihn ermorden. Der Ministerpräsident Bouffier schützte ihn.“

Bouffier entgegnete, das sei „natürlich Unsinn“. Er sei dem Vater aber nicht böse. „Wenn jemand sein Kind verliert, ist das furchtbar.“

Ismail Yozgat beklagte sich in München auch darüber, dass der damalige Innenminister Bouffier nach dem Mord nicht zu einem Gespräch mit ihm bereit gewesen sei. Bouffier nannte diese Aussage „falsch“. Der Ministerpräsident räumte ein, dass er einen Gesprächswunsch ausgeschlagen habe, als die Ermittlungen noch liefen. Alle Ermittlungsbehörden hätten ihm zu dieser Absage geraten, um ihre Arbeit nicht zu gefährden. Später habe er die Yozgat-Eltern aber eingeladen. „Das wollten sie nicht.“ Er habe das akzeptiert.

Die Linke schloss sich der Einschätzung der Familie Yozgat über Temmes Rolle an. „Temme muss den Mord gesehen haben oder darin verwickelt gewesen sein. Anders lässt sich die Geschichte gar nicht auflösen“, urteilte der hessische Linken-Abgeordnete Hermann Schaus. Vorwürfe der Yozgat-Anwälte gegen den Verfassungsschutz seien „absolut berechtigt“.

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