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Neonazi-Terror Spur aus Sachsen weist ins Bundesamt

Die Zwickauer Terrorzelle hatte offenbar Kontakt zu einem V-Mann des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Sollte sich das bestätigen, könnte nun auch das Kölner Bundesamt für Verfassungsschutz in die Affäre um die Ermittlungspannen gezogen werden.

Es gibt Indizien für eine Verbindung der rechtsextremistischen Organisation „Hammerskins Sachsen“ zu den Neonazis Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt Foto: dpa/dpaweb

Die sächsischen Sicherheitsbehörden gehen bei ihren Ermittlungen zur Zwickauer Terrorzelle offenbar auch Spuren nach, die zum Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) führen könnten. So soll es Indizien für eine Verbindung der rechtsextremistischen Organisation „Hammerskins Sachsen“ zu den ab 1998 abgetauchten Neonazis Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt geben. Chef der sächsischen Hammerskins war Mirko H., der mindestens bis 2002 als V-Mann für das Bundesamt für Verfassungsschutz gearbeitet hat.

Nach Informationen dieser Zeitung waren mögliche Kontakte sächsischer Hammerskins zu der mutmaßlichen Zwickauer Terrorzelle auch Thema in der Sitzung der Parlamentarischen Kontrollkommission des Dresdner Landtages am vergangenen Montag. Der Präsident des sächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz (LfV), Reinhard Boos, soll in der Sitzung von Hinweisen auf solche Verbindungen gesprochen haben. Sollte sich das bestätigen, könnte nun auch das Kölner Bundesamt für Verfassungsschutz durch einen ehemaligen V-Mann in die Affäre um Ermittlungspannen bei der Verfolgung rechtsterroristischer Strukturen gezogen werden.

Mirko H. war im Zuge von Ermittlungen in der rechtsradikalen Musikszene 2002 aufgeflogen. Er war zusammen mit einem V-Mann des Brandenburger Landesamtes für Verfassungsschutz unmittelbar an Produktion und Vertrieb einer rassistischen und volksverhetzenden Rechtsrock-CD beteiligt. Während seiner V-Mann-Zeit führte H. zudem die sächsische Sektion der Hammerskins, eine der wenigen international vernetzten und operierenden Neonazi-Organisationen. Diese Organisation, die sich am Vorbild der SS orientiert, hat viel Erfahrung beim Aufbau von Untergrundnetzen sowie bei der Beschaffung von Waffen, Sprengstoff und Sprengsätzen. Aktivisten der Hammerskins, die in der Vergangenheit auch im Raum Zwickau auftauchten, könnten also die Terrorzelle unterstützt haben oder von ihrer Existenz gewusst haben.

Neonazis besitzen legal Waffen

Unterdessen gibt es auch neue offizielle Informationen über den Tod der Rechtsterroristen Mundlos und Böhnhardt am 4. November nahe Eisenach. Während zunächst von einem Doppel-Selbstmord die Rede gewesen war, bestätigte das Bundeskriminalamt in Wiesbaden am Dienstag neue Erkenntnisse: Als sich Polizisten dem Fahrzeug der beiden näherten, habe Mundlos zunächst seinen Komplizen erschossen, dann das Wohnmobil in Brand gesteckt und sich dann selbst getötet. Zwei Polizisten sagten außerdem aus, dass auch aus dem Fahrzeug heraus geschossen worden sei.

In Sachsen wurde unterdessen bekannt, dass sächsische Neonazis insgesamt mehr als 150 Waffen legal besitzen. Auf eine Anfrage der Abgeordneten Kerstin Köditz (Linke) teilte die sächsische Landesregierung kürzlich mit, dass 38 Personen, aus dem rechtsextremen Spektrum im Besitz einer Waffenerlaubnis seien. Sie hätten insgesamt 105 Lang- und 51 Kurzwaffen legal in Privatbesitz. Einen Anlass zum Handeln sieht die Landesregierung of

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