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Neonazi-Terror Neonazi-Trio verwendete Bundeswehr-Sprengstoff

Das Neonazi-Trio hat für den Bau von Rohrbomben TNT aus einem Bundeswehrdepot verwendet. Ermittler befürchten, dass auch der Rest des verschwundenen Sprengstoffs in der Hand von Neonazis sein könnte.

28.11.2011 23:06
Ein Beamter des LKA Thüringen zeigt Bauteile für eine Rohrbombe, die 1998 in Jena gefunden wurden. Foto: dpa

Die Ermittler im Fall des Neonazi-Trios sind einem Medienbericht zufolge über den Verbleib von mehr als 38?Kilogramm Sprengstoff TNT beunruhigt, der 1991 aus einem Bundeswehr-Munitionsdepot nahe dem thüringischen Großeutersdorf gestohlen wurde. Die Fahnder hätten mittlerweile herausgefunden, dass die Rohrbomben, die 1998 in einer von Beate Zschäpe angemieteten Garage gefunden wurden, mit dem TNT aus dem Bundeswehrdepot gebaut wurden, berichtet die Bild am Sonntag. Die Ermittler befürchteten, dass auch der Rest des Sprengstoffs in den Händen von Neonazis sein könnte.

Der Verfassungsschutz wusste nach Informationen des Nachrichten-Magazins der Spiegel bereits 1998 davon, dass sich das untergetauchte Neonazi-Trio Waffen besorgte. Ein V-Mann soll im September 1998 berichtet haben, ein sächsischer Neonazi beschaffe für Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe Waffen, berichtet das Nachrichtenmagazin.

Die Hinweise von Brandenburgs Verfassungsschutz wurden an die Behörden in Sachsen und Thüringen sowie das Bundesamt für Verfassungsschutz weitergeleitet.

In Frankfurt gedachten am Samstag rund 100?Menschen der Opfer von rechtsextremistischer Gewalt. Zu der Mahnwache kam auch die Tochter eines türkischen Blumenhändlers, der vor elf Jahren in Nürnberg ermordet wurde. Auch in mehreren anderen Städten gab es ähnliche Gedenkfeiern.

In der Debatte über Konsequenzen aus den Neonazi-Morden driften die Vorstellungen innerhalb der Bundesregierung zunehmend auseinander. Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) wertete die Anschläge als Beleg für die Notwendigkeit der Vorratsdatenspeicherung. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) widersprach.

Dagegen findet die Forderung nach einem NPD-Verbot immer mehr Anhänger. Der Grünen-Parteitag bekannte sich am Sonntag mit Mehrheit zu einem NPD-Verbot. Die Ministerpräsidenten der unionsregierten Länder und Kanzlerin Angela Merkel sind sich einem Bericht zufolge einig, ein NPD-Verbot anzugehen. Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel plädiert dafür.

Innenminister Friedrichwarnte aber vor einem Scheitern des Verfahrens. Er gab an, auf die vom Staat bezahlten Informanten in der Neonazi-Szene nicht ganz verzichten zu wollen. Damit steigt das Risiko, mit einem zweiten Verbotsverfahren in Karlsruhe zu scheitern. (dpa/dapd)

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