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Kommentar zum NSU NSU - noch immer zu viele Fragezeichen

Die rechtsextremen mutmaßlichen NSU-Terroristen Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos hatten zahlreiche Helfer - eine geheime Liste zählt 129 Unterstützer.

Ein Mahnmal in Erinnerung an die Opfer der NSU-Terrorzelle in Nürnberg. Foto: dpa

Kenner der Szene wollten nicht so weit gehen, jene 129 Unterstützer , deren Namen sich auf einer Geheimliste befinden sollen, als NSU-Netzwerk zu bezeichnen. Manche seien nur Kontaktpersonen von Kontaktpersonen gewesen, hätten also zum Nationalsozialistischen Untergrund keinen direkten Draht gehabt. Tatsächlich ist das eine wie das andere Spekulation.

Sehr wohl allerdings kann man folgern, dass Beate Zschäpe und ihre toten Kumpane Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos Helfer gehabt haben müssen – und das nicht wenige. Denn es gibt zu viele Fragen, die sich sonst nicht beantworten lassen. Die beiden drängendsten lauten: Wie konnten die drei über zehn Jahre lang untertauchen? Und: Wer suchte und spionierte ihre Opfer aus? Daneben liegt weiterhin im Dunkeln, inwieweit der Staat über V-Leute involviert war. Sicherheitsexperten wollen nicht mehr ausschließen, dass sich sogar die Hauptverdächtige Beate Zschäpe noch als Spitzel entpuppt. Die Annahme, dass hinter dem NSU ein weit verzweigtes Netz von Unterstützern stand, ist jedenfalls weit weniger lebensfremd als die Annahme, da seien drei Leute auf eigene Faust jahrelang mordend durch die Lande gezogen.

Wenn Zschäpe und die anderen Angeklagten in München schweigen, wird es ein quälender Prozess. Denkbar ist aber auch, dass einer der Beteiligten auspackt. Am Ende könnte dann aus dem Ankläger auch ein Angeklagter werden: der Staat.

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