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Bombenanschlag auf Wehrmachtsausstellung Terror-Spur ins Saarland?

Die Bundesanwaltschaft und der saarländische Generalstaatsanwalt Ralf-Dieter Sahm prüfen neue Hinweise: Danach könnte das rechtsextreme Terror-Trio aus Zwickau auch für Anschläge im Saarland verantwortlich sein.

03.12.2011 13:46
Brand in einem Mehrfamilienhaus in Völklingen (Archivbild): Zwischen der rechtsextremen Terrorgruppe aus Zwickau und Anschlägen im Saarland gibt es einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge möglicherweise einen Zusammenhang. Foto: dpa

Zwischen der rechtsextremen Terrorgruppe aus Zwickau und einer Reihe ungeklärter Brandanschläge im Saarland gibt es möglicherweise einen Zusammenhang. „Wir verfolgen viele Spuren - dazu gehört auch diese“, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft am Samstag in Karlsruhe auf dpa-Anfrage. Medienberichten zufolge soll eine türkische Moschee in Völklingen die zwölfte DVD erhalten haben, die Beate Zschäpe am 4. November verschickt hatte. Das saarländische Landeskriminalamt (LKA) äußerte sich am Samstag dazu nicht. Eine Sprecherin der Behörde bestätigte aber, dass das LKA noch am Nachmittag dem Generalbundesanwalt einen entsprechenden Bericht vorlegen wolle. Details nannte sie nicht.

Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstag) könnte das Terror-Trio mit einem Bombenanschlag auf die umstrittene Wehrmachtsausstellung 1999 in Saarbrücken und einer Serie von zehn Brandstiftungen in Völklingen zu tun haben. Diese hatten sich gegen Gebäude gerichtet, in denen vor allem türkischstämmige Einwanderer, aber auch Araber und Schwarzafrikaner lebten. Bei den Bränden wurden 20 Personen verletzt. In allen Fällen waren die Ermittlungen eingestellt worden, weil die Polizei nach eigenen Angaben keine Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund gefunden hatte.

Der saarländische Innenminister Stephan Toscani (CDU) will nach Angaben seines Büros untersuchen, ob die Polizei ihre Ermittlungen nach den Brandanschlägen zu schnell eingestellt hat. „Die Sicht der Opfer der Brandstiftungen soll in die Betrachtung einbezogen werden“, teilte eine Sprecherin am Samstag mit.

Der saarländische Generalstaatsanwalt Ralf-Dieter Sahm sagte der „FAZ“, dass ein „rechtsextremer Hintergrund nicht auszuschließen, sondern eher wahrscheinlich“ sei. Bei der Aufklärung werde man auch dem Verfassungsschutz die „eine oder andere Frage stellen“. Der „Saarbrücker Zeitung“ bestätigte er die Wiederaufnahme von Ermittlungen zu dem Bombenanschlag auf die Wehrmachtsausstellung. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ schreibt in seiner Internet-Ausgabe, das LKA sei bereits am 28. November über den Eingang der DVD informiert worden. (dpa)

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