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Auto-Kennzeichen Nürnberg will Autokürzel N-SU verbieten

B-KA, M-AD, V-S: Haben Sie auch ein verdächtiges Nummernschild? Die Stadt Nürnberg lässt jetzt alle Kfz-Kennzeichen mit dem Kürzel N-SU auswechseln, um nicht als Sympathisantin der gleichnamigen rechten Terrorgruppe verdächtigt zu werden.

12.11.2012 16:39
Von Andreas Förster
Demnächst für Nürnberger verboten: das Kennzeichen N-SU. Foto: dpa

B-KA, M-AD, V-S: Haben Sie auch ein verdächtiges Nummernschild? Die Stadt Nürnberg lässt jetzt alle Kfz-Kennzeichen mit dem Kürzel N-SU auswechseln, um nicht als Sympathisantin der gleichnamigen rechten Terrorgruppe verdächtigt zu werden.

Vor Jahren gab es im Brandenburger Städtchen Neuruppin die XY-Bande, die ihr Geld mit Rauschgifthandel und Bordellen verdiente. Die Autos der Bandenmitglieder aus der Ostprignitz trugen Kennzeichen, die mit der Kennung OPR-XY begannen. Aber auch andere Neuruppiner Autos hatten ein XY-Kennzeichen, obwohl ihre Halter keine Kriminellen waren. Dennoch brachte das manchen nach dem Auffliegen der Bande in Erklärungsnot.

Man weiß nicht, ob die Stadt Nürnberg davon je gehört hat. Auf jeden Fall will sie ihre Autofahrer und städtischen Mitarbeiter nicht solchem Erklärungszwang aussetzen. Weshalb die Stadt jetzt beschlossen hat, in ihrem Fuhrpark alle Nummernschilder mit dem Kennzeichen N-SU auszutauschen. Damit auch ja keiner auf die Idee kommt, dass die Kommune vielleicht Sympathie für die rechtsterroristische Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ hegen könnte.

Nicht ganz billig

Die politisch korrekte Flurbereinigung der Nürnberger Autokennzeichenlandschaft ist nicht ganz billig. Der Kommunalbetrieb Stadtentwässerung und Umweltanalytik etwa besitzt allein 38 Fahrzeuge mit dem verpönten Kennzeichen, die nun gegen entsprechende Verwaltungsgebühren ersetzt werden müssen. Dazu kommt das Anlegen neuer Fahrtenbücher und Tankkarten. Und dann sind da noch die 450 privaten Fahrzeughalter, die ihr N-SU-Schild auf Kosten der Stadt umtauschen dürfen.

Die Nürnberger Initiative setzt natürlich bundesweit Maßstäbe. Denn wer will nach dem NSU-Desaster der Sicherheitsbehörden noch mit Kennzeichen wie B-FV, B-KA oder M-AD herumfahren? Leipzig trifft es doppelt hart: L-FV und L-KA gehören auch auf die schwarze Liste. Und ein Vogtländer mit dem Kennzeichen V-S wird automatisch in eine Ecke mit den Versagern vom Verfassungsschutz gestellt.

Audi-Fahrer aufgepasst

Doch wohl dem, der nur sein Kennzeichen austauschen muss. Audi-Fahrer sollten nämlich darüber nachdenken, gleich die ganze Automarke zu wechseln. Schließlich war am 21. August 1969 die damals zum Volkswagen-Konzern gehörende Firma Auto Union GmbH mit dem 1873 gegründeten Traditionsunternehmen NSU fusioniert. Die neue Firma hieß anschließend Audi NSU Auto Union AG. Erst seit 1985 trägt sie den Namen Audi AG, bleibt aber rechtlich gesehen der Nachfolger der NSU AG. Das Börsensymbol für die Audi-Aktie ist daher weiterhin – NSU.

NSU steht in diesem Fall für Neckarsulm, wo das Traditionsunternehmen gegründet wurde. Die Autokennzeichen dort beginnen übrigens mit HN, für Heilbronn. Glück gehabt, liebe Neckarsulmer.

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