Lade Inhalte...

Neue Zahlen So häufig werden Flüchtlinge angegriffen

Flüchtlinge oder ihre Unterkünfte sind im laufenden Jahr bundesweit 1.713 Mal Ziel von Straftaten geworden. Gemessen an der Einwohnerzahl, gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern.

28.12.2017 15:20
Brand in einer Flüchtlingsunterkunft in Duisburg-Neudorf
Im März 2017 brennt eine Flüchtlingsunterkunft in Duisburg-Neudorf. Dabei wird nach Angaben der Rettungskräfte eine Person verletzt. Foto: imago

Bundesweit gibt es nach Erhebungen der Amadeu-Antonio-Stiftung und von Pro Asyl jeden Tag durchschnittlich mehr als vier flüchtlingsfeindliche Straftaten. Wie die Organisationen am Donnerstag unter Verweis auf eine gemeinsame Chronik mitteilten, wurden in diesem Jahr bundesweit 1.713 Straftaten registriert, die sich gegen Flüchtlinge oder deren Unterkünfte richteten. Im vergangenen Jahr seien es noch 3.768 solcher Vorfälle gewesen. Rassistisch motivierte Gewalt gegen Geflüchtete bleibe dennoch ein flächendeckendes Problem, betonten die Stiftung und die Flüchtlingsorganisation.

Gemessen an der Einwohnerzahl seien die ostdeutschen Bundesländer Spitzenreiter bei Straftaten gegen Flüchtlinge. Dabei führe Brandenburg mit 85 Fällen je Million Einwohner die Liste an, gefolgt von Sachsen (61 Fälle je Million Einwohner) und Sachsen-Anhalt (55 Fälle je Million Einwohner). Die im Vergleich zur Einwohnerzahl wenigsten Fälle von Gewalt gegen Flüchtlinge seien für Bremen dokumentiert (drei Fälle je Million Einwohner) sowie für Nordrhein-Westfalen (fünf Fälle je Million Einwohner) und Hamburg (sieben Fälle je Million Einwohner). Im Saarland seien je Million Einwohner 13, in Rheinland-Pfalz zehn und in Hessen acht Fälle registriert worden.

Unter den insgesamt 1.713 Fällen befanden sich den Angaben zufolge 23 Brandanschläge und 1.364 sonstige Übergriffe wie Sprengstoffanschläge, Steinwürfe, Schüsse, aber auch Hakenkreuz-Schmierereien, andere Formen von Volksverhetzung und weitere Hass-Propaganda. Weiterhin werde versucht, mit Anschlägen auf in Bau befindliche Unterkünfte den Zuzug von Flüchtlingen zu verhindern, hieß es. Zudem dokumentiere die Chronik 326 tätliche Übergriffe wie Angriffe mit Messern, Schlag- oder Schusswaffen und Faustschläge.

Datengrundlage der Chronik sind den Angaben zufolge öffentlich zugängliche Berichte in Zeitungsartikeln, Pressemitteilungen der Polizei sowie Meldungen lokaler und regionaler Register- und Beratungsstellen für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt. Die beiden Organisationen fordern ein Bleiberecht für Opfer rassistischer Gewalt, damit sie ihre Rechte in Ermittlungsverfahren wahrnehmen und die Täter rechtskräftig verurteilt werden könnten. (epd/dpa)

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen