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Neonazi-Festival „Schild und Schwert“ Neonazis stürmen die Provinz

Neonazis planen nach Themar erneut ein Musikfestival, um die Szene zusammenzubringen und zu vernetzen - diesmal in Ostritz. Die NPD-Politiker Thorsten Heise und Udo Voigt sind als Redner angekündigt.

Themar
Schon im vergangenen Jahr im thüringischen Themar konnten Rechtsradikale ungehindert feiern. Foto: rtr

Für 45 Euro wird allerlei geboten, was Neonaziherzen höher schlagen lässt: Rechtsrock, Propaganda, Kampfsport, Tätowierer. Auch das Datum des Festivals „Schild und Schwert“ ist eine der in der rechten Szene beliebten Anspielungen: Ab dem 20. April, dem Geburtstag Adolf Hitlers, lädt NPD-Vizechef und Neonazikader Thorsten Heise für zwei Tage in das sächsische Örtchen Ostritz an der polnischen Grenze ein. Das Fest könnte eines der größten Vernetzungstreffen der militanten Neonaziszene dieses Jahres werden. Hunderte Rechtsradikale werden erwartet.

Heise ist seit vielen Jahren in der extrem rechten Musikszene aktiv und einschlägig vorbestraft. „Schild und Schwert“ soll für eine „Reconquista“ Europas werben – ein Slogan, den auch die rechtsradikale „Identitäre Bewegung“ nutzt. Auf der Webseite, die Heises Versandhandel im Impressum nennt, wird mit Szenegrößen des Rechtsrock geworben, darunter die Dortmunder Band „Oidoxie“, die in ihren Liedern offen rechten Terrorismus verherrlicht und dabei für „Combat 18“ wirbt, den bewaffneten Arm des in Deutschland verbotenen Neonazinetzwerks „Blood and Honour“.

Thorsten Heise und Udo Voigt wollen Reden halten

Auch andere angekündigte Bands stehen diesem international verzweigten Netzwerk nahe, das Musik gezielt zur Mobilisierung und Finanzierung nutzt und aus dessen Reihen auch einige Unterstützer der Rechtsterroristen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) stammen. Die Hooliganband „Kategorie C“ und die Schweizer Neonazis von „Amok“ sollen auftreten, außerdem „Die Lunikoff Verschwörung“ mit dem Sänger der verbotenen Naziband „Landser“. Zudem wird mit dem „Kampf der Nibelungen“ geworben, einer Neonazi-Kampfsportveranstaltung, bei der zuletzt im Oktober konspirativ im nordrhein-westfälischen Kirchhunden Kämpfer in den Ring stiegen.

Angemeldet ist das Festival als politische Kundgebung mit 750 Teilnehmern, wie ein Sprecher des sächsischen Innenministeriums der Frankfurter Rundschau bestätigte. Als Redner ist neben anderen NPD-Politikern und Heise selbst der NPD-Europaabgeordnete Udo Voigt angekündigt. Auch Michael Brück soll sprechen, früher ein zentraler Kopf der inzwischen verbotenen Kameradschaft „Nationaler Widerstand Dortmund“ und heute Kader der Neonazi-Kleinpartei „Die Rechte“. Thorsten Heise hatte sich im vergangene März erfolglos für den Bundesvorsitz der schwächelnden NPD beworben. Politisch steht er für eine Öffnung der Partei zu den militanten Kameradschaften. Das „Schild und Schwert“-Festival könnte auch dazu dienen, die NPD wieder für diesen Teil der Szene attraktiver zu machen.

Der Ort der Großveranstaltung wird bisher nicht öffentlich genannt. Nach FR-Informationen wird es auf dem Gelände des „Hotel Neißeblick“ stattfinden, das am östlichen Ortsrand von Ostritz liegt, kaum 100 Meter vom Bahnhof des polnischen Dorfes Krzewina entfernt.

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