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Schweden Mehr Vergewaltigungen?

Das liberale Schweden erlebt angeblich einen „Vergewaltigungsalptraum“. Aber stimmt das so?

Der Mythos: Das liberale Schweden erlebt angeblich einen „Vergewaltigungsalptraum“. In internationalen Vergleichen belegt das Land mit seiner überdurchschnittlich hohen Vergewaltigungsrate (Zahl der Fälle je 100 000 Einwohner) regelmäßig Spitzenplätze. Für die rechte Publizistik der Beweis: Das Vorzeigeland der Sozialdemokraten hat seine Frauen für eine liberale Einwanderungspolitik geopfert. Denn natürlich sind es Einwanderer, die für die hohe Zahl an Vergewaltigungen verantwortlich seien sollen.

Wer verbreitet ihn? Man könnte zynisch fragen: Wer nicht? Auf Schweden als „Vergewaltigungsmetropole“ des Westens spielten bereits US-Präsident Trump und die Regierung Erdogan in Ankara an. Selbst der liberale „Independent“ aus London verbreitetet diesen Terminus weiter unter Berufung auf das New Yorker Gatestone Institute. Das „Institut“ ist tatsächlich eine islamfeindliche Denkfabrik, die den Mythos maßgeblich miterfunden hat. Das hält auch in Deutschland Medien nicht davon ab, dessen Angaben weiterzuverbreiten. So titelte der „Bayernkurier“ – die Parteizeitung der CSU – im Januar 2016 unter Verweis auf die Zahlen des Instituts: „Afrikas Vergewaltiger im hohen Norden“.

Die Fakten: Schweden hat eine auffällig hohe Zahl an polizeilich registrierten Fällen von Vergewaltigung. Der Hauptgrund dafür ist statistischer Natur. In Schweden fließt jede Tathandlung einzeln in die Statistik ein. Das bedeutet, wenn eine Frau angibt, von ihrem Ehemann ein Jahr lang jede Woche einmal vergewaltigt worden zu sein, erfasst die schwedische Statistik 52 Fälle. In der deutschen Kriminalstatistik würde dies als nur ein Fall gezählt.

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