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Mythos Demogeld Der Staat und die Antifa

Werden linke Demonstranten vom Staat bezahlt?

Der Mythos: Wenn die Antifa mal wieder Hunderte von Gegendemonstranten mobilisiert, um gegen die AfD oder andere Rechte zu demonstrieren, dann gibt es dafür aus deren Sicht nur eine Erklärung: Die Demonstranten werden bezahlt – und zwar vom Staat, durch ein geschicktes Geflecht verschiedener Organisationen würden Steuergelder in die Taschen der Berufsdemonstranten gelenkt. 

Wer verbreitet ihn? Begonnen hat es als wilde Spekulation in rechten, pegidaaffinen Facebookgruppen, die sich immer weiter verfeinerten – und schließlich von linken Gruppen satirisch aufgegriffen wurden. So entstanden Satire-Seiten wie Antifa e.V. und Antifa-GmbH, die Abrechnungsformulare und Bonusprogramme für Berufsdemonstranten versprechen. Im  Februar 2012 berichtete die Tageszeitung „taz“ über Zusammenarbeit von Staat und Antifa-Strukturen – als Satire. Das allerdings hatte etwa Erika Steinbach nicht mitbekommen, die den Beitrag als ernst nahm und fleißig in den sozialen Netzen teilte: Dass das absurde Gerücht verfängt, demonstrierte auch die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) Köln im April 2016, als einer ihrer Social-Media-Redakteure behauptete, Anti-AfD-Demonstranten erhielten vom Staat 45 Euro die Stunde.

Die Fakten: Natürlich gibt es keinen Antifa e.V. Es gibt noch nicht einmal „die“ Antifa, von der gerne die Rede ist, sondern nur einzelne Gruppen, die sich oft selbst nicht einig sind. Und natürlich auch keinen Stundenlohn für Demonstranten. Was wahr ist: In Sachsen flossen Mittel aus dem Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit auch an Vereine, die diese unter anderem für die Anreise zu Anti-Nazi-Demonstrationen in Dresden nutzten.

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