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„Freie Kameradschaft Dresden“ Haftstrafen für Neonazi-Bande aus Dresden

Gewalttätige Rechtsextremisten aus Dresden müssen für mehrere Jahre in Haft. Mit Angriffen auf Flüchtlinge, Linke und Polizisten verbreiteten sie Angst und Schrecken.

Neonazi-Gruppe
Das Landgericht Dresden veurteilt die Neonazis unter anderem wegen mehrfacher Körperverletzung. Foto: Arno Burgi (dpa-Zentralbild)

Das Landgericht Dresden hat am Donnerstag zwei Mitglieder der rechtsextremen „Freien Kameradschaft Dresden“ zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Dem 19-jährigen Fußbodenleger Robert S. und seinem Mitangeklagten, dem 27-jährigen Fahrradverkäufer Florian H., war von der Generalstaatsanwaltschaft schwerer Landfriedensbruch, eine Sprengstoffexplosion, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und mehrfache Körperverletzung vorgeworfen worden.

Die Staatsschutzkammer verhängte jeweils drei Jahre und acht Monate für die beiden Männer, die seit Monaten in Untersuchungshaft sitzen. Der ältere Angeklagte muss sich zudem noch wegen des Überfalls auf den linksalternativ geprägten Leipziger Stadtteil Connewitz am 11. Januar 2016 verantworten.

Er ist der erste von 215 Tatverdächtigen, der wegen der dortigen Ausschreitungen angeklagt worden ist. Im Dresdner Prozess hatten die beiden Rechtsextremisten die Vorwürfe eingeräumt und damit eine Absprache möglich gemacht, die das Verfahren dann erheblich verkürzte: Weitgehendes Geständnis gegen leichtere Strafe.

Gegen beide Angeklagte lag zudem umfangreiches Beweismaterial vor: Allein die Protokolle abgehörter Telefonate und des Messenger-Chats der rechten Gruppe umfasste 40.000 Seiten.

Nach Auffassung des Gerichts waren beide Männer Teil einer neonazistischen „Kameradschaft“, die sich zwischen August 2015 und August 2016 an etlichen Überfällen auf Flüchtlinge, Polizisten und Linke in Heidenau und Dresden beteiligt hat. Bei zahlreichen Angriffen, unter anderem auf ein Stadtfest im Sommer 2016 und auf das alternative Hausprojekt „Mangelwirtschaft“ in Dresden, wurden 13 Asylbewerber und ein Linker zum Teil schwer verletzt.

Nach Erkenntnissen der Generalstaatsanwaltschaft hat die „Freie Kameradschaft Dresden“ zusammen mit der „Gruppe Freital“, von denen Mitglieder gerade wegen Terrorverdacht vor Gericht stehen, versucht, Angst und Schrecken in und um Dresden zu verbreiten.

Ihnen sei es darum gegangen, Andersdenkende einzuschüchtern, Flüchtlinge aus dem Land zu jagen und sich an Polizisten zu rächen, die sich bei Ausschreitungen in Heidenau vor ein Flüchtlingsheim gestellt hatten. Gegen sechs weitere mutmaßliche Mitglieder der „Freien Kameradschaft Dresden“ verhandelt die Staatsschutzkammer ab dem 13. September. (mit dpa)

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