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Reaktionen auf US-Luftschlag Assad will die USA nicht noch mehr reizen

Nach dem Luftschlag der Vereinigten Staaten in Syrien reagieren die Länder im Nahen Osten entsprechend den bekannten Frontstellungen. Das Assad-Regime selbst äußert sich relativ moderat. Zugleich will Syrien seine Luftabwehr ausbauen.

Syrien
Schauerliche Performance als Protest gegen den Giftgasangriff auf dem Pariser Platz der Republik. Foto: afp

Zerstörte Kampfjets und zerbombte Bunker zeigen die ersten Fernsehbilder. Stundenlang loderten die Feuer brennender Treibstofftanks in den Morgenhimmel. Die Landebahn war übersät mit Trümmern. Seit der Nacht zu Freitag liegen Teile der syrischen Luftwaffenbasis Al-Schairat westlich von Homs in Schutt und Asche, nachdem zwei US-Zerstörer vom östlichen Mittelmeer aus innerhalb weniger Minuten 59 Cruise Missiles auf das Gelände abgefeuert hatten. „Der materielle Schaden ist gewaltig“, sagte ein Armeesprecher im Staatsfernsehen und bestätigte, dass neun Menschen ums Leben gekommen und mehrere verletzt worden seien.

Präsident Baschar al-Assad ließ erklären, der amerikanische Angriff sei „verrückt und unverantwortlich“ und offenbare die Kurzsichtigkeit sowie die politische und militärische Realitätsblindheit der US-Führung.

Mit ihrem nächtlichen Beschuss griffen die Vereinigten Staaten zum ersten Mal seit 2011 aktiv in das Bürgerkriegsgeschehen ein, nachdem drei Tage zuvor mutmaßlich die syrische Luftwaffe die Ortschaft Chan Scheichun mit Giftgasgranaten beschossen und 86 Menschen getötet hatte. Der syrische Militärsprecher jedoch bestritt erneut, dass die Piloten des Regimes für dieses Massaker an Frauen, Männer und Kindern verantwortlich seien und erklärte, Washington zeige mit dem Finger auf Damaskus und attackiere es, „ohne die Wahrheit zu kennen“.

Obendrein geißelte das Assad-Regime das amerikanische Bombardement als „eklatante Aggression“, insgesamt jedoch fiel seine Reaktion relativ zurückhaltend aus. Man gehe nicht davon aus, dass es zu einer weiteren Eskalation komme, erklärte Informationsminister Ramez Turjman. Offenbar hofft das Regime, dass Donald Trump es bei dieser einmaligen Militäraktion belässt. Darum will man den US-Präsidenten nicht weiter reizen.

Auch die anderen Reaktionen im Nahen Osten entsprachen den üblichen Frontstellungen. Während der Iran zusammen mit Russland den Angriff als „einen Akt der Aggression gegenüber einer souveränen Nation“ verurteilte, begrüßten andere Regionalmächte wie Türkei, Israel und Saudi-Arabien das Vorgehen Washingtons. Saudi-Arabien lobte die Entscheidung Trumps als „mutige Tat“, die Türkei forderte, möglichst bald Flugverbotszonen über Teilen Syriens einzurichten, um die Wiederholung solcher Massaker zu verhindern. Die syrische Opposition, die in der sogenannten Nationalen Koalition zusammengeschlossen ist, forderte vom Weißen Haus weitere Militäraktionen. Auch alle anderen 26 Stützpunkte müssten zerstört werden, um die syrische Luftwaffe zu neutralisieren.

Teheran warf Washington vor, mit seinem Beschuss den Fanatikern vom „Islamischen Staat“ und Al-Kaida in die Hände zu spielen. Moskau legte am Freitag das Koordinierungsabkommen zwischen der russischen und amerikanischen Luftwaffe vorerst auf Eis, welches am syrischen Himmel Zwischenfälle im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ verhindern soll. Gleichzeitig kündigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums an, man werde die Luftabwehr in Syrien ausbauen und verbessern.

Bislang verfügt Damaskus über SS-200 Abwehrraketen, mit denen es vor vier Wochen nicht gelang, vier israelische Kampfflugzeuge vom Himmel zu holen, die einen Hisbollah-Waffenkonvoi attackierten. Die modernen Systeme SS-300 und SS-400, die Moskau im vergangenen Jahr installierte, sind vor allem rund um den Khmeimim-Fliegerhorst in Latakia stationiert, der der russischen Luftwaffe als Drehkreuz dient. Diese modernen russischen Raketensysteme können auch Cruise Missiles abschießen. Der zerstörte Militärflughafen Schairat ist nach Latakia der zweitgrößte des Landes.

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