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Ratko Mladic UN-Tribunal spricht Ratko Mladic schuldig

3. Update Serbenführer Ratko Mladic ist in Den Haag wegen Völkermordes in Srebrenica zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er will Berufung einlegen.

22.11.2017 12:09
Ratko Mladic in Den Haag
„Lüge! Lüge!“ schreit der serbische Ex-General Mladic bei der Urteilsverkündung. Foto: ICTY/AP

Der bosnisch-serbische Ex-General Ratko Mladic (75) ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Richter des UN-Kriegsverbrechertribunals zum früheren Jugoslawien sprachen ihn am Mittwoch in Den Haag unter anderem schuldig wegen des Völkermordes in Srebrenica 1995. Mladic ist nach dem Urteil für schlimmste Gräuel des Balkankrieges (1992 -1995) verantwortlich.

Mladic war Oberkommandant der bosnisch-serbischen Truppen, die im Juli 1995 die UN-Schutzzone Srebrenica überrannt und anschließend etwa 8000 bosnisch-muslimische Jungen und Männer ermordet hatten.

Mladic aus dem Gerichtssaal entfernt

Während der Urteilsverkündung war Mladic aus dem Gerichtssaal entfernt worden, nachdem er lautstark protestiert hatte. Die Verteidigung hatte zuvor erfolglos gefordert, die Urteilsverkündung abzukürzen, weil der Blutdruck des Angeklagten angeblich gefährlich
hoch sei.

Mladic war erst 2011 nach 16 Jahren auf der Flucht verhaftet und dem
UN-Tribunal übergeben worden. Der Prozess dauerte rund fünf Jahre. Gegen das Urteil will Mladic nach Angaben seines Sohnes Darko in Berufung gehen. „Dieses Urteil ist ungerecht und widerspricht den Tatsachen“, sagte Mladics Sohn Darko am Mittwoch in Den Haag. „Heute wurde Gerechtigkeit durch Kriegspropaganda ersetzt“, fügte er hinzu.(dpa/afp)

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