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Rassismus-Vorwürfe Weidel sieht sich „plumper Kampagne“ ausgesetzt

Hat die AfD-Spitzenkandidatin eine rassistische Mail voller Hass verfasst? Auf Nachfrage will sie ihre Urheberschaft nicht eidesstattlich dementieren.

11.09.2017 12:12
Alice Weidel
Alice Weidel. Foto: rtr

Die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel hat die gegen sie erhobenen Vorwürfe wegen einer rassistischen E-Mail zurückgewiesen. Die Politikerin sagte in einem Wahlchat mit Lesern der „Welt“, es handele sich um eine „plumpe Kampagne“. Sie fügte hinzu: „Zwei Wochen vor der Bundestagswahl werde ich wirklich nicht über jedes absurde Stöckchen springen, das man mir hinhält.“

Eine aus dem Jahr 2013 stammende E-Mail von Weidel an einen Vertrauten soll nach Angaben der „Welt am Sonntag“ rassistische Bemerkungen und Demokratie verachtende Thesen enthalten. Ein AfD-Sprecher bestritt, dass Weidel die Verfasserin des Textes sei. Weidel selbst reagierte im Wahlchat der „Welt“ ausweichend. Auf die Frage, ob sie eidesstattlich versichern würde, dass die Mail nicht von ihr stamme, antwortete sie: „Das werden Sie sehen, was wir tun werden.“

Mail strotzt vor Hass, Beleidigungen und Schmähungen

In der angeblichen Mail Weidels werden laut „WamS“ Sinti, Roma und Araber als „kulturfremde Völker“ bezeichnet, von denen Deutschland „überschwemmt“ werde. Zudem würden die Mitglieder der Bundesregierung darin als „Schweine“ und „Marionetten der Siegermächte“ des Zweiten Weltkriegs geschmäht. Der Zeitung liegen nach eigenen Angaben eine eidesstattliche Versicherung und weitere Aussagen vor, aus denen hervorgehe, dass Weidel den Text verfasst habe.

AfD-Chef Jörg Meuthen nahm die Spitzenkandidatin seiner Partei in Schutz. „Frau Weidel versichert sehr glaubhaft, dass sie diese Mails nicht geschrieben hat. Hier geht es also um eine E-Mail, die Frau Weidel gar nicht geschrieben hat und die vier Jahre alt ist“, sagte er der „Bild“-Zeitung. Auch Meuthen sprach von einer „Kampagne“ und einem „durchschaubaren Versuch“, der AfD vor der Bundestagswahl zu schaden.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann zeigte sich „entsetzt und erschreckt“ von der E-Mail. „Das ist eine menschenfeindliche Sprache und sie verbreitet absurde Verschwörungstheorien, für die es keinerlei Grundlage gibt“, erklärte er am Montag. „Ich erwarte, dass Frau Weidel persönlich klarstellt, ob diese E-Mail von ihr ist oder nicht.“ (AFP)

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