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Racheakt der Taliban Doppelanschlag in Pakistan

Weil ein ranghohes Al-Kaida-Mitglied verhaftet wurde, haben die Taliban in Pakistan mit zwei Anschlägen gegen paramilitärische Grenztruppen 24 Menschen getötet.

07.09.2011 13:04
Sicherheitskräfte untersuchen den Bombenanschlag auf Quetta. Foto: AFP

Weil ein ranghohes Al-Kaida-Mitglied verhaftet wurde, haben die Taliban in Pakistan mit zwei Anschlägen gegen paramilitärische Grenztruppen 24 Menschen getötet.

Bei einem Doppelanschlag auf pakistanische Sicherheitskräfte sind im Südwesten Pakistans am Mittwoch 24 Menschen getötet worden. Die Tat richtete sich gegen die paramilitärischen Grenztruppen in Quetta, die vor zwei Tagen die Festnahme des ranghohen Al-Kaida-Mitglieds Junis el Mauretani verkündet hatten. Die Taliban bekannten sich zu den Anschlägen und bezeichneten sie als „Rache“ für die Verhaftung Mauretanis.

Ein erster Selbstmordattentäter habe sein mit 50 Kilogramm Sprengstoff beladenes Auto an der Mauer der Residenz des Vize-Kommandeurs der Grenztruppen, Farrukh Shahzad, in die Luft gesprengt, sagte Polizeioffizier Hamid Shakil der Nachrichtenagentur AFP. Anschließend sei ein weiterer Attentäter auf das Gelände vorgedrungen. Dieser habe zwei Granaten geworfen und dann in dem Haus seinen Sprengstoffgürtel gezündet.

Sicherheitsvertretern zufolge wurden der Vize-Kommandeur und mindestens eines seiner Kinder bei dem Angriff verletzt. Seine Frau kam nach Angaben der Polizei ums Leben. Unter den 24 Toten waren demnach mindestens elf Mitglieder der Grenztruppen und der Armee. Vor der Residenz hatten zahlreiche Sicherheitskräfte gewartet, da sie Shahzad zur Arbeit eskortieren sollten. Mehr als 80 Menschen wurden laut Polizei verletzt.

Rache nach Festnahme von El-Kaida-Mitgliedern

Die Explosion der beiden Sprengsätze richtete enormen Schaden an. Mehrere Fahrzeuge und Motorräder der Grenztruppen wurden von den Flammen erfasst. Auch eine nahegelegene Moschee und mehrere Residenzen von Offiziellen wurden durch die Wucht der Explosionen schwer beschädigt. In den Trümmern am Anschlagsort fand die Polizei den abgetrennten Kopf eines Attentäters sowie einen Ausweis. Demnach soll der Mann aus der nordafghanischen Provinz Kundus stammen.

Zu dem Doppelanschlag bekannten sich die pakistanischen Taliban. Mit ihm habe die Festnahme von Mauretani und zwei weiterer Al-Kaida-Mitglieder „gerächt“ werden sollen, sagte Taliban-Sprecher Ehsanullah Ehsan telefonisch AFP.

Die Festnahme der drei Al-Kaida-Mitglieder war am Montag von den Grenztruppen bekannt gegeben worden. Sie waren an der mit den USA abgestimmten Aktion in einem Vorort von Quetta beteiligt. Nach Angaben der pakistanischen Armee soll Mauretani auf Geheiß des mittlerweile getöteten Al-Kaida-Führers Osama bin Laden Anschläge in den USA, in Europa und Australien geplant haben.

Quetta ist die Hauptstadt der an Iran und Afghanistan grenzenden Provinz Baluchistan. Dort hat die Gewalt in den vergangenen Jahren stark zugenommen. In der Provinz kämpfen seit langem ethnische Gruppen gegen die Zentralregierung in Islamabad. Zudem gilt die Region als Rückzugsgebiet der Taliban. (afp)

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