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Putin bei Merkel Putin träumt von neuen Allianzen

Vor der Visite von Russlands Präsident Putin bei Kanzlerin Merkel wird in Moskau über eine Wende in dem schwierigen Verhältnis spekuliert - möglich gemacht durch Trumps Chaospolitik.

Russisches Kriegsschiff am Bosporus
Ein russisches Kriegssschiff am Bosporus: In der Syrienfrage setzt Moskau auf Berlin und Ankara. Foto: rtr

Vor dem Gipfel herrscht auch in Moskau eine gewisse Nervosität. Vergangenes Wochenende attackierte Verteidigungsminister Sergei Schoigu seine deutschen Amtskollegin Ursula von der Leyen, die im Juli eine „Position der Stärke“ gegenüber Russland gefordert hatte. Sie solle sich erinnern, wohin bei ihren Großvätern Gespräche mit Russland aus der Position der Stärke führten. „Nach all dem, was Deutschland in unserem Land angerichtet hat, darf man dort solche Reden noch 200 Jahre lang nicht schwingen.“

Wenige Tage später beschwerte sich auch die Zeitung Nesawissimaja Gaseta über von der Leyen. Diesmal, weil der „Berliner Express“ Sätze der Ministerin veröffentlicht hatte, in denen sie sich ausdrücklich für einen atomaren Erstschlag gegen Russland aussprach. „Die Gegner einer Annäherung zwischen Russland und Deutschland versuchen, das Treffen zwischen Putin und Merkel zu torpedieren“, klagte das Moskauer Blatt. Dass der „Berliner Express“ ein Satire-Portal ist und die Quelle des Interviews selbst als „Fake News Agency“ bezeichnet, übersah man.

Am Samstagabend empfängt Bundeskanzlerin Angela Merkel im brandenburgischen Schloss Meseberg Wladimir Putin. Etwas überraschend, es ist schon der zweite deutsch-russische Gipfel in vier Monaten. Seit Jahren ist man es auch in Moskau gewöhnt, dass Treffen zwischen Merkel und Putin mit eher schlecht gelaunten, konträren, aber vorhersehbaren Statements enden. Diesmal aber wird auf russischer Seite gerätselt, wie sich die neue weltpolitische Unordnung auf das eigentlich festgefahrene deutsch-russische Verhältnis auswirken wird. „Putin und Merkel – eine neue Liebesgeschichte?“, titelt das Boulevardblatt Argumenty Nedeli hoffend.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sprach dieser Tage von einem „Uhrenvergleich“ der Deutschen und der Russen, was die Dauerkonflikte in der Ukraine und in Syrien angeht. Aber er erwähnte auch „die Restriktionen, denen sich jetzt viele Länder gegenüber sähen“. Beide Führer würden auch die US-Sanktionen diskutieren, die russische wie deutsche Firmen treffen könnten.

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