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Protest Berlin Homophobie "Putin go homo"

In Berlin gehen mehrere tausend Menschen auf die Straße und demonstrieren gegen das umstrittene Anti-Homosexuellen-Gesetz in Russland. Sie fordern eine eindeutige Stellungnahme der Bundesregierung im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele 2014 in Russland.

01.09.2013 10:22
In Berlin demonstrierten am Samstag mehrere tausend Menschen gegen die homosexuellenfeindliche Hetze in Russland. Foto: dpa

Unter dem Motto "enough is enough" sind in Berlin rund 6000 Menschen gegen das umstrittene Anti-Homosexuellen-Gesetz in Russland auf die Straße gegangen. Die Demonstranten trugen Plakate, die Kremlchef Wladimir Putin stark geschminkt zeigten. "Putin go homo" war unter dem Konterfei des Präsidenten zu lesen. Mit der Aktion am Samstag appellierten die Organisatoren des Protests an die Bundesregierung und Sponsoren der Olympischen Winterspiele 2014 in Russland, sich gegen Homophobie einzusetzen. Die bunt gekleideten Teilnehmer zogen durch die Stadt bis zur russischen Botschaft.

Kritik von Prominenten

Auch Prominente haben das umstrittene Gesetz verurteilt und Kremlchef Putin scharf kritisiert. Das Gesetz sei ein schwerer Rückschritt ins Mittelalter, sagte Musikerin Inga Humpe der "Bild am Sonntag". Rocker Udo Lindenberg erklärte: "Putin, es reicht! Schande über dich und deine Marionetten." Rapper Smudo erklärte: "Herr Putin, sagen Sie mir nicht, dass jemand, der sich mit nacktem Oberkörper auf einem Pferd fotografieren lässt, etwas gegen schwule Propaganda hat." Das Gesetz leiste der gewalttätigen Verfolgung von Homosexuellen Vorschub.

Atmosphäre der Angst

Putin hatte Ende Juni ein Gesetz erlassen, wonach vor Minderjährigen nicht mehr über Homosexualität gesprochen werden darf. Verstöße werden mit hohen Geldstrafen geahndet. Schwule und Lesben sind im größten Land der Erde oft Freiwild. Nach Expertenmeinung haben Gewalttaten aus Schwulenhass bis hin zu Morden zugenommen. Berlins Regierungschef Klaus Wowereit (SPD) hatte vor wenigen Tagen in einem Brief an den Moskauer Oberbürgermeister Sergej Sobjanin mehr Toleranz für unterschiedliche Lebensweisen angemahnt. Das Gesetz schaffe eine Atmosphäre, die Angst schüre anstatt sie abzubauen, schrieb der SPD-Politiker, der sich schon vor langen Jahren zu seiner Homosexualität bekannt hatte. (dpa)


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