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Prepper Im Endkampf ums Überleben

Auch in Deutschland steigt die Zahl der „Prepper“. Unter den Weltuntergangspropheten finden sich Verschwörungstheoretiker und Rechtsradikale, die zu Gewalt aufrufen.

Bunker in Utah
„Prepper“ - ein Trend aus den USA. Vor allem in ultrarechten Kreisen ist es Mode, sich auf apokalyptische Endzeitszenarien vorzubereiten. In Utah kann man sich einen privaten Bunker kaufen, für 50.000 bis 65.000 Dollar. Foto: rtr

Die Flucht in völkische Siedlungsprojekte auf dem Land ist nur eine Ausdrucksform des nationalistischen Wahns, die „deutsche Rasse“ vor ihrem Untergang zu bewahren. Andere Kräfte aus dem neonazistische Lager bereiten sich dagegen militärisch und logistisch auf den vermeintlich unausweichlichen „Endkampf“ gegen die „Herrschaft des Bösen“ vor, zu der sich aus rechter Sicht Islam, Weltjudentum und der links versiffte Staat zusammengetan haben.

Sie sind sogenannte „Prepper“ – eine Wortschöpfung, die vom englischen Verb prepare (zu deutsch: vorbereiten) abgeleitet ist – und gehören damit zu einer weltweiten, immer stärker werdenden Szene, in der sich Verschwörungsfanatiker, Wutbürger und Wahnsinnige tummeln, aber auch ganz normale Familienväter, die Frau und Kinder vor Stromausfällen, Naturkatastrophen und Chemieunfällen schützen wollen. Und natürlich gibt es da auch jede Menge Geschäftemacher, denn mit der Angst und der Militanz der „Prepper“ lässt sich inzwischen viel Geld verdienen.

Unter die Szene der „Vorbereiter“, die in Kellerräumen Wasserflaschen, Fertigkonserven und Toilettenpapier horten, haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend Rechtsradikale gemischt. Angeheizt durch die Flüchtlingswelle und Buchbestseller, die in immer dramatischeren Szenarien bürgerkriegsähnliche Zustände beschreiben, durch die Deutschland einer Herrschaft von gesetzlosen und natürlich vorwiegend muslimischen Horden unterworfen wird, rüstet sich die Szene auf.

Und das nicht nur mit Knicklichtern, Batterien, dem kleinen Mitnahmeradio und einem mehrteiligen Kochset, sondern auch und vor allem mit Waffen und Sprengstoff. Denn Hilfe von der Bundesregierung – davon sind die rechten Verschwörer überzeugt – ist ja sowieso nicht zu erwarten, weil die bei der deutschen „Umvolkung“ gemeinsame Sache macht mit den Amerikanern und dem „Finanzjudentum“.

So tönt es auch aus den Büchern, die etwa das Buchhandelsunternehmen Kopp Verlag aus Rottenburg am Neckar vertreibt. Praktisch: Im Online-Shop des Buchversands mit seiner Vorliebe für neurechte Verschwörungstheorien kann man gleich noch Pfefferspraypistolen „zur Tierabwehr“ und das in einer Reisetasche verstaute Fluchtgepäck „Grab & Go Emergency Kit“ mit Pflaster, Teelichtern und Notrationen für vier Personen und drei Tage kaufen. Auch Wasseraufbereitungsanlagen und Regenschirme, die sich als Schlagstock eignen, sind hier im Angebot.

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