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Präsidentschaftswahl Machtwechsel in Sri Lanka

Sri Lankas Präsident Mahinda Rajapaksa hat die Präsidentenwahl überraschend verloren. Er habe den Wahlsieger, den bisherigen Gesundheitsminister Maithripala Sirisena, bereits angerufen und die Niederlage eingeräumt, sagte ein Präsidentensprecher am Freitag.

09.01.2015 08:10
Anhänger des neu gewählten Präsidenten von Sri Lanka, Maithripala Sirisena, feiern den Wahlsieg. Foto: AFP

Die Wahlbehörden veröffentlichten am Freitag Teilergebnisse der Abstimmung vom Donnerstag, wonach nach der Auszählung von knapp einem Drittel der Stimmen Amtsinhaber Mahinda Rajapakse 46,2 Prozent erhielt. Herausforderer Maithripala Sirisena erreichte demnach 52,5 Prozent der Stimmen. Rajapakse gestand seine Niederlage noch vor der Bekanntgabe dieser Ergebnisse ein und ließ erklären, er verneige sich vor den "Wünschen des Volkes".

Schon bevor die aktualisierten Teilergebnisse veröffentlicht wurden, hatte Rajapakses Pressesprecher Vijayananda Herath erklärt, der amtierende Präsident habe seine Niederlage eingestanden und garantiere eine reibungslose "Übergabe der Macht". Demnach räumte er zum Zeichen seiner eingestandenen Niederlage bereits seine offizielle Residenz. Aus dem Umfeld von Rajapakse verlautete, dieser habe eine "klare Mehrheit für den Kandidaten der Opposition" gesehen, die nicht mehr bezwungen werden könne.

Rajapakses Sprecher Herath zufolge traf sich der scheidende Staatschef mit Oppositionsführer Ranil Wickremesinghe und gestand im Gespräch mit ihm seine Niederlage ein. Wickremesinghe könnte unter Sirisena Regierungschef werden. Einem Abgeordneten der Opposition zufolge wurden bereits konkrete Vorbereitungen zur Machtübergabe getroffen, Rajapakse und seiner Familie wurde volle Sicherheit garantiert. Sirisena selbst äußerte sich zunächst nicht zu dem Ausgang der Wahl.

Rajapakse war für eine umstrittene dritte Amtszeit in dem südasiatischen Inselstaat angetreten. Es war ein enges Rennen zwischen ihm und Sirisena erwartet worden. Viele Menschen halten Rajapakse zugute, den jahrzehntelangen Konflikt mit der tamilischen Minderheit 2009 beendet zu haben. Zuletzt waren viele jedoch beunruhigt über die Vetternwirtschaft und den autoritären Regierungsstil des 69-Jährigen. Sirisena konnte sich in dem mehrheitlich buddhistischen Land hingegen unter anderem auf die Tamilen und die Mitglieder der muslimischen Minderheit stützen.

Etwa 15 Millionen Menschen waren am Donnerstag zur Wahl zwischen insgesamt 19 Bewerbern aufgerufen. Die Wahlbeteiligung schätzten die Behörden auf rund 75 Prozent. Der Wahlkampf war von Gewalt überschattet, erst vor wenigen Tagen griffen Gegner Sirisenas dessen Kundgebungen an. Am Mittwoch wurde ein Aktivist der Opposition erschossen.

Die Wahl selbst verlief am Donnerstag weitgehend friedlich, obgleich es Berichte über Einschüchterungsversuche in Gebieten gab, die mehrheitlich von Tamilen bewohnt werden. Die Polizei sprach außerdem von insgesamt 175 Festnahmen im Zusammenhang mit der Wahl. (AFP)

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