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Präsidenten-Sohn Trump Jr. chattete mit Wikileaks

In der Russland Affäre gerät der Präsidenten-Sohn erneut unter Druck - während des US-Wahlkampfs stand er im Kontakt mit der Enthüllungsplattform Wikileaks.

14.11.2017 18:22
Donald Trump Jr.
Pikante Neuigkeiten: In der Russland-Affäre um Präsident Donald Trump ist bekannt geworden, dass dessen ältester Sohn Donald Trump Jr. während des Wahlkampfes mit der Enthüllungsplattform Wikileaks Kontakt hatte. Foto: dpa

In der Russland-Affäre um US-Präsident Donald Trump ist bekanntgeworden, dass dessen ältester Sohn während des Wahlkampfs Kontakt mit der Enthüllungsplattform Wikileaks hatte. Donald Trump Jr. veröffentlichte am Montagabend (Ortszeit) Nachrichten, die eine Kommunikation zwischen ihm und dem Twitterkonto von Wikileaks zeigen und sich unter anderem um Veröffentlichungen der Plattform drehen. Er reagierte damit auf einen Artikel des Magazins „The Atlantic“, das über den Inhalt der Nachrichten berichtet hatte.

Die Neuigkeiten sind pikant, weil Wikileaks während des Präsidentschaftswahlkampfs eine bedeutende Rolle spielte. Die Plattform veröffentlichte gehackte E-Mails aus dem demokratischen Lager um Hillary Clinton. Das schadete Clinton sehr. US-Geheimdienste beschuldigen die russische Regierung, hinter den Hacking-Angriffen zu stehen.

Kommunikation mit Wikileaks

Aus den von Trump Jr. veröffentlichten Nachrichten geht hervor, dass er mehrmals Anfragen von Wikileaks bekam – auch noch im Juli dieses Jahres. Von ihm selbst finden sich in der Kommunikation drei Antworten. Einige der Nachrichten stammen aus der Zeit, als die Plattform noch dabei war, gestohlene E-Mails von Clintons Wahlkampfmanager John Podesta zu veröffentlichen.

Wikileaks schickte Trump Jr. zunächst im September 2016 eine Frage zu dem Initiator eines politischen Aktionskomitees. Er antwortete, er wisse nicht, wer das sei, wolle sich aber umhören. In der nächsten Nachricht bat Wikileaks ihn, einen Bericht über Clinton öffentlich zu kommentieren. Trump Jr. entgegnete, er habe dies bereits getan. In der dritten Nachricht fragte er Wikileaks, was hinter einer Enthüllung stecke, von der er gelesen habe. Die Plattform bat ihn darum, einen Link zu verbreiten. Dies tat er zwei Tage später.

Ab diesem Punkt finden sich keine weiteren Antworten des 39-Jährigen unter den veröffentlichten Nachrichten. Es folgen nur noch Mitteilungen von Wikileaks. So schlug ihm der Nutzer des Twitterkontos im Oktober 2016 vor, der Plattform die Steuererklärung seines Vaters zu geben, damit diese sie dann enthüllen könne. Außerdem empfahl Wikileaks, dass Trump sich im Fall einer Niederlage am Wahltag nicht geschlagen geben dürfe, sondern das Ergebnis anfechten müsse.

Julian Assange wollte die Nachrichten zunächst nicht bestätigen

Wikileaks-Gründer Julian Assange schrieb zunächst auf Twitter, er könne die Nachrichten nicht bestätigen. Nachdem Trump Jr. diese veröffentlicht hatte, verbreitete er sie aber in dem Kurznachrichtendienst weiter.

Die Angelegenheit ist für Trump Jr. heikel, weil er ohnehin im Fokus der Russland-Affäre steht. Im Juli hatte er einräumen müssen, sich während des Wahlkampfs mit einer russischen Anwältin getroffen zu haben. In einer E-Mail an ihn ist von einem Versuch der russischen Regierung die Rede, Donald Trump zu helfen. Dies gilt als Indiz dafür, dass Mitglieder aus dessen Wahlkampflager bereit gewesen sein könnten, mit Russland zusammenzuarbeiten.

Die Russland-Affäre wird von einem Sonderermittler und mehreren Komitees des Kongresses untersucht. Trump Jr. sagte, einer dieser Ausschüsse stecke hinter der Enthüllung seiner Wikileaks-Chats. „The Atlantic“ hatte berichtet, seine Anwälte hätten diese an die Ermittler im Kongress übergeben. (dpa)

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