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Polizei in Köln an Silvester Gabriel: „Nafris“ beschreibt Realität

SPD-Chef Sigmar Gabriel hält nach dem Polizeieinsatz an Silvester in Köln die Vorwürfe wegen "Racial Profilings" für absurd. Die Polizei beschreibe mit dem Profil „Nafris“ nur "die Realität.

02.01.2017 19:34
Durch ein Brillenglas ist der Begriff "Nafri" für Nordafrikaner in einem Tweet der Polizei Köln vom 31.12.2016 zu sehen. Foto: dpa

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat die Kölner Polizei gegen Kritik wegen ihres Vorgehens in der Silvesternacht verteidigt und auch selbst das umstrittene Kürzel "Nafris" für Menschen aus Nordafrika verwendet. "Die Polizei hat mit ihrem Profil 'Nafris/Nordafrikaner' nichts anderes getan, als die Realität zu beschreiben", sagte Gabriel den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagsausgaben). Vorwürfe eines "Racial Profiling" bezeichnete Gabriel als "eine absurde und geradezu verrückte Debatte".

Gabriel dankte der Polizei für ihren "großen und erfolgreichen Einsatz" an Silvester, mit dem sie "die Wiederholung von Gewalt, Diebstahl und sexuellen Übergriffen wie im letzten Jahr" verhindert habe. Wie damals seien es "wieder hunderte von jungen Männern, die aus Nordafrika stammen" gewesen, "die sich zu einem Treffen in Köln verabredet hatten". Wenn die Polizei diese Männer, die ihnen durch ein hohes Aggressionspotenzial aufgefallen seien, abgefangen habe, habe das "nichts mit "Rassismus" zu tun, sondern mit kluger Gefahrenabwehr".

Gabriel drängte auch auf rasche Rückkehr von Nordafrikanern ohne Bleiberecht in ihre Heimatländer. "Wir müssen als Bundesregierung den Druck auf diese Länder erhöhen, ihre Staatsbürger wieder aufzunehmen", sagte der SPD-Chef und Vizekanzler. "Je länger diese Männer hier sind, keine Perspektiven hier haben, desto größer wird ihr Frust- und Aggressionspotenzial."

Mit "Racial Profiling" wird ein Vorgehen bezeichnet, bei dem Menschen zum Beispiel aufgrund ihrer Hautfarbe besonderen Kontrollen unterworfen oder gar festgehalten werden. Ein solches Vorgehen ist rechtswidrig, wie auch das Bundesinnenministerium am Montag bestätigte - ohne sich allerdings Vorwürfen anzuschließen, in Köln sei an Silvester "Racial Profiling" praktiziert worden. Kritisch äußerte sich das Bundesinnenministerium auch zur Verwendung der Kürzels "Nafris" in einem Internet-Tweet der Kölner Polizei zur Bezeichnung von Nordafrikanern.

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