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Phrasenschwein Neustart

Nehmen wir mal an, das Wort „Neustart“ ergäbe einen Sinn.

Winterklausur der CSU-Landesgruppe im Bundestag
Wie man sieht: Die CSU ist kein Computer. Foto: dpa

Das passiert uns allen: Kaum haben wir ein paar Updates geladen, schreit der Computer nach einem „Neustart“. Schon hier ist der Begriff irreführend, denn unser Rechner fängt keineswegs von vorne an wie am ersten Tag, sondern er macht da weiter, wo er gerade war.

Nun ist die CSU kein Computer, von künstlicher Intelligenz ganz zu schweigen, aber im Moment kommt so gut wie keine Schlagzeile über die Bayern ohne „Neustart“ aus. Gemeint ist das Versprechen der Parteiprominenz, das im vergangenen Jahr im Dauerstreit um noch mehr Flüchtlingsbekämpfung zertrümmerte Renommee durch einen friedlicheren Umgang mit den Koalitionspartnern wiederherstellen zu wollen. Natürlich ohne in der Sache vom Hardliner-Kurs abzurücken.

Mal angenommen, das Wort „Neustart“ ergäbe überhaupt einen Sinn. Und weiter angenommen, man nähme die Definition bei Wikipedia ernst, die (soweit es nicht um Computer geht) lautet: „Neustart steht für den wiederholten Beginn eines Vorgangs oder einer Erzählung.“ Dann würde das bedeuten, dass die CSU in Wahrheit das Gleiche tun wird wie unsere Rechner: da weitermachen, wo sie im alten Jahr aufgehört hat. Kurz gesagt: politisch randalieren.

Das ist zwar gut möglich, aber nicht sicher, denn versprochen haben Söder & Co. etwas anderes. Wie es wirklich kommen wird, kann wohl nicht mal ein Computer berechnen. Lassen wir also den Neustart einstweilen dort, wo er hingehört: im Phrasenschwein. 

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Phrasenschwein

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