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Petition gegen Böller Feldzug gegen Feuerwerker

Die Berlinerin Tanja Bempreiksz möchte die private Böllerei komplett verbieten lassen - und kann dafür gute Gründe anführen.

Feuerwerk, wohin man schaut. Eine Berlinerin will erreichen, dass Feuerwerk für Privatpersonen gesetzlich verboten wird. Foto: dpa

Fünfzehn Menschen durch eine Feuerwerksbatterie in Datteln verletzt, 90 aus einem Altenheim evakuiert, das von einer Rakete in Brand gesetzt wurde – die üblichen Meldungen einer Silvesternacht. Doch während für den Rest der Welt der Knallerwahnsinn 364 Tage Pause hat, nimmt für Tanja Bempreiksz das Böllerthema gerade erst Fahrt auf. Die Berlinerin will erreichen, dass die Deutschen gerade zum letzten Mal eigenhändig gefeuerwerkt haben. Per Onlinepetition fordert sie, Feuerwerk für Privatpersonen gesetzlich zu verbieten. Adressatin der Petition: Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD).

Es ist die Sorge um das Weltklima, die Bempreiksz vor allem anderen antreibt. Die Tonnen von Knallern und Raketen belasteten die Atmosphäre jedes Jahr nicht nur mit Feinstaub, sondern auch mit unterschiedlichen Treibhausgasen, deren schädliche Wirkung auf das Klima der von rund 2300 Tonnen Kohlendioxid entspreche. „Das ist doch Irrsinn“, findet die 39-Jährige und rechnet vor, dass dies den Emissionen von etwa 550 Überseeflügen von München nach New York und wieder zurück ausmache. „Dieser Wahnsinn quält mich seit Jahren“, sagt Bempreiksz, „aber der Klimagipfel von Paris war der letzte Schub, jetzt doch endlich auch selbst aktiv zu werden.“

Bempreiksz arbeitet als Markenbotschafterin in der Spirituosenindustrie, Feiern und Geselligkeit sind gewissermaßen ihr Job. Doch der kollektiven Zündelei zum Jahresende habe sie nie etwas abgewinnen können. Denn die schädige nicht nur das Klima, sondern verstöre auch die Tiere, produziere Berge von Müll und sei für eine Vielzahl von Schäden und Verletzungen verantwortlich. 23 000 Unterstützer hat sie bis Neujahr mit dieser Haltung gewonnen. Doch es gibt auch Kritik, unter den Kommentatoren zu Bempreiksz’ Initiative sind einige, die Traditionen bedroht sehen oder statt auf den Staat lieber auf die Verantwortung des Einzelnen setzen würden.

Das neue Jahr möchte Bempreiksz gern mit einem Treffen mit Barbara Hendricks beginnen, um der Ministerin die Unterschriften zu überbringen. Das alte hat die Berlinerin fernab von der Hauptstadt in der Ruhe der französischen Berge beendet. Ihren Hund hat sie mitgenommen.

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