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Paul Ziemiak Die junge Union

Klar, kantig, konservativ: So will der erst 33-jährige neue CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak die Nach-Merkel-Partei aufstellen. Kann das gelingen, wenn der Auftrag „Versöhnung“ erfüllt werden muss?

Ziemiak und Kram-Karrenbauer
Wollen die Union einen: Annegret Kram-Karrenbauer und Paul Ziemiak. Foto: dpa

Sie hat sich nicht lange geziert. Und sie ist höflich auf Distanz gegangen zu ihrer Förderin und Vorgängerin. Ohne große Geste.

Die braucht Annegret Kramp-Karrenbauer gar nicht für den großen Effekt. Es genügt die ihr eigene, leicht zurückgenommene Art, mit der sie am Wochenende in die Fernsehkameras spricht. Dass sie gewiss konstruktiv mit der Kanzlerin zusammenarbeiten werde, sagt die frisch gekürte CDU-Parteivorsitzende, aber: „Die Regierungspartei spielt eine eigene Rolle.“ Und sie sehe ihre Aufgabe darin, „als Sachwalterin der Partei aufzutreten“. Dazu gehöre auch, „wo es im Interesse der Partei notwendig ist“, der Kanzlerin Paroli zu bieten.

Genau dafür, für das Paroli, hat sie sich beim Parteitag in Hamburg einen Mann an die Seite geholt, der in jeder Hinsicht so etwas wie ein Gegenentwurf zur protestantisch nüchternen Kanzlerin aus der Uckermark ist: Paul Ziemiak, 33 Jahre jung, sehr konservativ, sehr katholisch und durchaus bereit, bei passender Gelegenheit Einblick in sein Innenleben zu geben.

Der bekennende Fan ihrer parteiinternen Widersacher Friedrich Merz und Jens Spahn soll für die neue Parteichefin aber auch als Verbindungsmann wirken. Als Generalsekretär soll Paul Ziemiak, gerade noch Vorsitzender der Jungen Union, das konservative Lager rund um den großen Verlierer Merz und den liberalen Flügel wieder ins Gespräch miteinander bringen.

Und: Er soll die Partei verjüngen. „Die Jüngeren müssen Hand anlegen können in dieser Partei“, nennt Kramp-Karrenbauer das.

An der Tanzfläche hat die Saarländerin den Sauerländer beim Delegiertenabend in Hamburg dazu aufgefordert. Da habe Ziemiak endlich Ja gesagt, erzählt sie. Vor ein paar Wochen noch habe er abgelehnt mit dem Hinweis, „sein Herz und seine Loyalität gelte den NRW-Kandidaten“, also Merz und Spahn.

Ziemiaks Berufung soll ein Signal an das Verliererlager sein

Die haben den Kampf um den Parteivorsitz verloren. Und Ziemiak kommt nun doch zu Kramp-Karrenbauer. Warum? „Es geht um diese Partei. Heute beginnt etwas Neues“, sagt Paul Ziemiak.

Seine Berufung soll ein Signal sein an das Verliererlager: Die Junge Union steht traditionell dem konservativen Flügel nahe. Nordrhein-Westfalen als größter Landesverband soll zufrieden sein. Für die strategisch planende Parteichefin zählt eigenem Bekunden nach auch: Ziemiak vertritt die junge Generation und hat zugleich Erfahrung in der Führung einer großen Organisation. Die Junge Union hat mehr als 100.000 Mitglieder. Ganz offen erhofft sich die Parteichefin, dass die CDU mit ihm mehr jüngere Mitglieder wird werben können.

Das ist eine ganz eigene Herausforderung für einen Mann, der, wo es nur geht, das Konservative betont. Der sich nicht scheut, in einer politischen Rede über die Bedeutung der Osterwoche oder der Weihnachtsgeschichte für sein persönliches Leben zu sprechen. Seit einem Jahr ist er Vater, „und ich versuche das, was ich selbst von meinen Eltern mitbekommen habe, unserem Sohn weiterzugeben. Unsere Tradition, unsere Werte, vor allem auch unsere christlichen Werte. Und ich werde mit meinem Sohn auf Martinsumzüge gehen, so wie mein Vater es mit mir gemacht hat.“

In Hamburg nun sagt Paul Ziemiak, der schon mit 14 in die Junge Union eintrat, Sätze wie „Wir müssen die Partei des Rechtsstaats sein“, oder „Wir brauchen eine klare Haltung, damit die Menschen wissen, wofür wir stehen, und dann werden wir Menschen zurückgewinnen“.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Die CDU nach Merkel

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