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Paul Manafort Trumps Ex-Wahlkampfchef vor Gericht

Donald Trumps ehemaliger Wahlkampfchef muss sich vor Gericht verantworten. Der Lobbyist ist wegen Banken- und Steuerbetrug angeklagt.

31.07.2018 17:44
Paul Manafort
Paul Manafort war Donald Trumps Wahlkampfchef. Jetzt muss er sich vor Gericht verantworten. Foto: afp

Gegen den einst einflussreichen US-Lobbyisten Paul Manafort, der zeitweilig den Wahlkampf von Präsident Donald Trump geleitet hatte, hat ein Prozess wegen mutmaßlichen Banken- und Steuerbetrugs begonnen. Der 69-Jährige gab am Dienstag seinem Eintreffen in dem Gericht in Alexandria bei Washington keinen Kommentar ab.

Manafort wird vorgeworfen, Millioneneinnahmen aus seiner Tätigkeit für pro-russische Kräfte in der Ukraine auf ausländischen Konten vor den US-Behörden verborgen zu haben.

Der Prozess ist der bislang erste, der durch die Untersuchungen des US-Sonderermittlers Robert Mueller zustande gekommen ist. Um den von Mueller unter anderem untersuchten Verdacht, das Trump-Team könnte illegale Absprachen mit Moskau über den US-Wahlkampf 2016 getroffen haben, geht es in dem Verfahren zwar nicht; der Prozess bezieht sich auf Aktivitäten Manaforts vor dessen Eintritt in Trumps Wahlkampfteam. Dennoch wird das Verfahren von der US-Politik und den Medien mit immenser Spannung verfolgt.

Zum Prozessauftakt stand aber zunächst die Auswahl der zwölf Geschworenen an. Der Prozess in Alexandria soll etwa drei Wochen dauern. Manafort droht eine jahrzehntelange Haftstrafe. Im September soll zudem in Washington ein zweiter Prozess gegen Manafort beginnen, der sich schwerpunktmäßig um den Vorwurf der Geldwäsche drehen wird. Der Lobbyist weist alle Vorwürfe zurück.

Manafort war im Juni 2016 zu Trumps Wahlkampfleiter ernannt worden. Schon zwei Monate später musste er den Posten wieder abgeben, nachdem mutmaßliche dubiose Geldflüsse an den Lobbyisten aus dem Umfeld des ukrainischen Ex-Präsidenten und Kreml-Verbündeten Viktor Janukowitsch bekannt geworden waren.

Der Sonderermittler wirft Manafort vor, Einnahmen in Höhe von dutzenden Millionen Dollar aus seiner Tätigkeit für Janukowitsch und andere prorussische Kräfte auf Konten in Zypern und anderen Ländern versteckt zu haben. Die Einnahmen sollen ihm seinen luxuriösen Lebensstil ermöglicht haben. In den Jahren, in denen er für ukrainische Politiker arbeitete, erwarb Manafort nach Angaben der Ermittler teure Wohnhäuser und leistete er sich etwa antike Teppiche, einen künstlichen Teich mit Wasserfall und eine private Grasanlage fürs Golfspiel.

Manafort ist sehr tief gestürzt. Bis Juni lebte er noch unter Hausarrest, dann schickte ihn eine Bundesrichterin ins Gefängnis, weil er Einfluss auf Zeugen zu nehmen versucht haben soll.

Er ist einer von vier früheren Trump-Mitarbeitern, die aufgrund der Mueller-Ermittlungen unter Anklage stehen. Im Gegensatz zu ihm kooperieren die übrigen drei mit der Justiz. Es handelt sich um den früheren Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn, den ehemaligen außenpolitischen Wahlkampfberater George Papadopoulos, und Rick Gates, die frühere rechte Hand Manaforts. Gates soll in dem Prozess in Alexandria als Zeuge auftreten.

Trump prangert die Mueller-Ermittlungen regelmäßig als politisch motivierte „Hexenjagd“ an, die seine Präsidentschaft diskreditieren solle. Die Einweisung Manaforts ins Gefängnis bezeichnete er als „sehr unfair“. (afp)

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