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Parteitagssponsor der FDP springt ab Enttäuschte Liebe

Die Apotheker ärgern sich über die Gesundheitspolitik der FDP und wollen nicht mehr deren Parteitag sponsern.

Apotheker sind nicht gut auf die FDP zu sprechen (Archivbild).

Liebe kann schnell in Hass umschlagen. Einst waren die FDP und die Apotheker inniglich verbunden. Was die Pillendreher wollten – die Freien Demokraten vertraten es auf politischer Ebene. Als die FDP 2009 in die Bundesregierung einrückte und dann auch noch das Gesundheitsministerium übernahm, konnten die Apotheker und ihre Verbände ihr Glück kaum fassen.

Doch dann kam alles anders. Weder Philipp Rösler noch sein Nachfolger Daniel Bahr setzten sich für ihre früheren Schützlinge ein, im Gegenteil: Beide FDP-Politiker wollten jeden Verdacht von Lobbypolitik vermeiden und begannen sogar, den Apothekern Privilegien zu streichen. Seitdem gehört die Beschimpfung der FDP und insbesondere des Gesundheitsministers in den Kommentarspalten der Apotheker-Magazine zum guten Ton. Die Bundesvereinigung der Apothekerverbände (ABDA) reicht nun auch offiziell die Trennung ein: Sie hat ihr Sponsoring für die FDP zunächst eingestellt. Auf dem vorgezogenen Bundesparteitag der Liberalen am 9. und 10. März wird die ABDA nicht mit einem eigenen Stand vertreten sein.

Bisher hatten die Pharmazeuten auf den Parteitagen stets einen großen Werbestand aufgebaut. Das war für beide Seite gewinnbringend: Die FDP nahm gutes Geld für die Standmiete ein, die ABDA-Führung konnte ihre Botschaften unters Parteivolk bringen. Auch auf Parteitagen von CDU/CSU, SPD und Grünen war der Verband stets vertreten.

Doch nun will die ABDA nach Angaben ihres Sprechers Florian Martius ein derartiges Sponsoring generell auf den Prüfstand stellen. Der Anlass war die öffentliche Debatte über das Gesundheitslobbying, nachdem im Dezember herauskam, dass ein früherer ABDA-Mitarbeiter das Ministerium von Daniel Bahr ausspioniert haben soll. Die ABDA-Führung stoppte daraufhin erst einmal alle Parteitags-Aktivitäten. Eine endgültige Entscheidung soll Mitte März fallen.

Dass es nun als Erstes die Freien Demokraten trifft, sei also reiner Zufall, versichert ABDA-Mann Martius. Das hören die von der FDP enttäuschten Apotheker allerdings gar nicht gern. Ihnen wäre eine extra Strafaktion gegen die Liberalen gerade recht. Ein „Dr. Exit“ begründet das auf der Internetseite der Deutschen Apotheker Zeitung so: „Soll das Schaf seinen Henker, außer mit dem Leben, auch noch mit Barem bezahlen?“

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