Lade Inhalte...

Papst kritisiert in Turin Umgang mit Flüchtlingen

Papst Franziskus hat einen Besuch beim Turiner Grabtuch zum Anlass genommen, um den Umgang mit Flüchtlingen zu kritisieren.

21.06.2015 14:45
Papst Franziskus in Turin
Einen Besuch in Turin nutzt Papst Franziskus auch für einen aktuellen Appell. Foto: Tonino Di Marco Foto: Tonino Di Marco (ANSA)

Papst Franziskus hat einen Besuch beim Turiner Grabtuch zum Anlass genommen, um den Umgang mit Flüchtlingen zu kritisieren.

«Es bringt einen zum Weinen, die Aktionen dieser Tage zu betrachten, bei denen Menschen wie Ware behandelt werden», sagte der 78-jährige Argentinier.

Das Oberhaupt der Katholiken betete am Sonntag im Turiner Dom einige Minuten still vor dem Stoff, das viele Gläubige als Grabtuch Jesu verehren. Auf dem Gewebe zeichnet sich ein menschlicher Körper mit gut erkennbarem Gesicht ab. Das Tuch sei das Abbild aller Menschen, die leiden und verfolgt würden, sagte Franziskus.

«La sacra Sindone», wie das Grabtuch auf Italienisch heißt, wurde zuletzt 2010 öffentlich ausgestellt und wird nur alle paar Jahre präsentiert. Gläubige halten den Stoff für das Leichentuch, in das Jesus nach seiner Kreuzigung gehüllt wurde. Kritiker meinen, das Tuch stamme aus dem Mittelalter. Das Grabtuch ist seit Mitte April und noch bis zum kommenden Mittwoch zu sehen. Bisher kamen Hunderttausende Pilger nach Turin, um das mehr als vier Meter lange Stück Stoff zu sehen.

Der Besuch in der norditalienischen Industrie- und Wirtschaftsstadt stand unter dem Motto Arbeit. Der Papst sagte, Immigration erhöhe zwar die Konkurrenz, aber Migranten sollten dessen nicht beschuldigt werden, denn sie selbst seien Opfer von Ungerechtigkeit und Kriegen.

In Italien harren derzeit immer noch zahlreiche Flüchtlinge an der Grenze zu Frankreich in Ventimiglia aus, da Frankreich sie nicht einreisen lässt. Über die Verteilung von Flüchtlingen streiten nicht nur die EU-Staaten, sondern auch die italienischen Regionen. Das Land ist besonders von dem Flüchtlingsstrom über das Mittelmeer betroffen.

Vor seiner Rückreise nach Rom wollte der Papst am Montag auch Verwandte treffen, die in der Region Piemont leben. (dpa)

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen