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Pakistan Selbstmordanschlag in Schuluniform

Beim Anschlag eines jugendlichen Selbstmordattentäters in Pakistan sind nach Regierungsangaben mindestens 31 Soldaten ums Leben gekommen. Die Taliban erklären, das Attentat sei die Rache für US-Drohnenangriffe.

Die Särge für die Opfer werden angeliefert. Foto: REUTERS

Der Junge trug Schuluniform und war angeblich höchstens 14, vielleicht sogar nur elf, zwölf Jahre alt. Deshalb schöpfte wohl niemand Verdacht, als er morgens einfach in das Armeecamp spazierte. Ein Kinderbomber der Taliban hat am Donnerstag in der pakistanischen Stadt Mardan mindestens 31 Menschen in den Tod gerissen. Weitere 36 wurden verletzt, 16 davon lebensgefährlich. Die meisten Opfer waren junge Rekruten.

Pakistans Taliban, die eng mit Al-Kaida verbandelt sein sollen, bekannten sich zu dem Blutbad. Es sei ein Racheakt für die US-Drohnenattacken und die Angriffe des pakistanischen Militärs, so ihr Sprecher. Erst vor kurzem hatte Pakistans Militär eine Offensive im Stammesgebiet Mohmand gestartet, das als Unterschlupf von Taliban und Al-Kaida gilt.

Der Attentäter war gegen acht Uhr in das Camp geschlendert, als die Rekruten zu Aufwärmübungen zusammenkamen, und hatte sich in die Luft gesprengt. Weil er eine Uniform aus einer nahe gelegenen Schule trug, hatte man ihn wohl ungehindert passieren lassen. Mardan liegt im Nordwesten. Im Camp sind Soldaten des Punjab-Regiments stationiert.

Der Fall schockierte das Land. Die Taliban scheinen zusehends auf immer jüngere Attentäter zurückzugreifen, weil diese weniger Verdacht erwecken und leichter formbar sind. Im Nordwesten soll es ganze Terrorcamps geben, in denen Kinder – die kleinsten sieben Jahre alt – zu Suizidattentätern abgerichtet werden. Laut US-Quellen zahlen die Taliban bitterarmen Familien für ein Kind bis zu 14000 US-Dollar. In Pakistan, wo 40 Prozent der Menschen unterhalb der Armutsgrenze leben, ist dies ein Vermögen. Andere Kinder würden von den Taliban entführt.

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